Mexiko-Stadt: 32 Tote bei Explosion in Wolkenkratzer

Welt / 01.02.2013 • 23:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Angehörige von Pemex-Mitarbeitern warten auf Lebenszeichen.  Fotos: Reuters
Angehörige von Pemex-Mitarbeitern warten auf Lebenszeichen.
Fotos: Reuters

Über hundert Menschen werden verletzt. Rettungskräfte suchen fieberhaft nach Über­lebenden.

Mexiko-Stadt. Tragödie in Mexiko: Bei einer Explosion im Hauptsitz des staatlichen mexikanischen Ölkonzerns Pemex sind mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Über hundert Menschen wurden verletzt, als die Explosion am Donnerstag den 54-stöckigen Wolkenkratzer in Mexiko-Stadt erschütterte. Ursache könnte möglicherweise ein Gasaustritt in einer elektrischen Anlage gewesen sein.

Panik und Chaos

Menschen flüchteten in Panik aus dem Gebäude, Opfer wurden auf Tragen und Bürostühlen aus dem Hochhaus getragen. Aus dem Gebäude quoll schwarzer Rauch. Rettungskräfte suchten mit Spürhunden nach Überlebenden in dem schwer beschädigten Hochhaus. Die angrenzende Straße wurde abgesperrt, über der Gegend flogen Hubschrauber. Mit Beginn der Dunkelheit suchten die Helfer mithilfe von Flutlichtern und zwei Kränen nach möglichen Verschütteten.

3500 arbeiteten im Gebäude

Nach Berichten örtlicher Medien hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks rund 3500 Menschen in dem Gebäude auf. Tausende wurden in Sicherheit gebracht. „Wir hatten zwei Minuten, um das Gebäude zu verlassen“, berichtete Astrid Garcia Trevino, die in einem Anbau arbeitete. „Es war ein ohrenbetäubender Lärm. Der Boden wackelte wie bei einem Erdbeben.“ Pemex-Mitarbeiter Cristian Obele sagte Reportern, es sei „dramatisch“ gewesen: „Das Gebäude schwankte, und plötzlich gab es Trümmer. Wir konnten nicht einmal mehr die Leute direkt neben uns sehen.“ Andere Augenzeugen berichteten, in den Trümmern seien noch Menschen gefangen.

Der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass ein weiterer Überlebender aus den Trümmern gerettet worden sei. Nach einem Besuch der Unglücksstelle sagte er, die Ursache der Explosion sei weiter unklar, er wolle deshalb nicht spekulieren.

Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde erklärte, die Explosion sei offenbar durch eine Gasansammlung in einer elektrischen Anlage des Gebäudes ausgelöst worden. Pemex betonte, die genaue Unglücksursache sei noch unklar, jegliche Berichte seien reine Spekulation. Der Ölkonzern hatte zunächst gemeldet, wegen eines Stromausfalls sei der Firmensitz evakuiert worden.

Acht Stunden nach dem Unglück am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) war dem Minister zufolge weiterhin unklar, ob noch Menschen unter den Trümmern verschüttet seien. Er habe „nationale und internationale Experten“ um Hilfe bei der Suche nach der Unglücksursache gebeten.

Der Boden wackelte wie bei einem Erdbeben.

Augenzeugin
Das 54-stöckige Gebäude wurde bei der Explosion schwer beschädigt.
Das 54-stöckige Gebäude wurde bei der Explosion schwer beschädigt.

Stichwort

Ölkonzern Pemex

Der 1938 gegründete staatliche mexikanische Ölkonzern Petróleos Mexicanos (Pemex) ist nach eigenen Angaben das größte Unternehmen Lateinamerikas. Als einer der weltgrößten Ölkonzerne förderte Pemex 2011 pro Tag rund 2,55 Millionen Barrel zu jeweils etwa 159 Litern. 2008 waren es noch 3,08 Millionen gewesen. 2011 erreichte der Monopolist einen Umsatz von 1560 Milliarden mexikanischen Pesos (gut 86 Milliarden Euro). Firmensitz ist der 214 Meter hohe Pemex-Tower in Mexiko-Stadt. Allein dort sind mehr als 10.000 der annähernd 160.000 Pemex-Mitarbeiter beschäftigt.