Australien entschuldigt sich für Zwangsadoptionen

Welt / 21.03.2013 • 22:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Rund 800 Mütter und Adoptierte waren im Parlament, um die Entschuldigung zu hören. Foto: AP
Rund 800 Mütter und Adoptierte waren im Parlament, um die Entschuldigung zu hören. Foto: AP

Sydney. In Australien sind unverheiratete Mütter jahrzehntelang gezwungen worden, ihre Babys zur Adoption freizugeben – am Donnerstag hat sich die Regierung dafür formal entschuldigt. „Wir verurteilen diese beschämende Praxis, die euch, den Müttern, das Grundrecht entzogen hat, eure Kinder zu lieben und aufzuziehen“, sagte Premierministerin Julia Gillard im Parlament. „Worte könnten den Schaden nicht wiedergutmachen“, sagte die Labor-Parteichefin. Die Regierung stellte fünf Millionen australische Dollar (vier Millionen Euro) für Therapien und für Nachforschungen nach Verwandten zur Verfügung.

Seit den 50er- und bis in die 70er-Jahre wurden Müttern nach Schätzungen 150.000 Babys weggenommen, auch gegen den Protest der Frauen. Die Behörden setzten die vorherrschende Meinung um, dass unverheiratete oder minderjährige Mütter die Kinder nicht richtig aufziehen können. Viele Kinder wurden zur Adoption freigegeben, einige verbrachten ihre Kindheit auch in Heimen.