Prozess gegen Amanda Knox wird neu aufgerollt

Welt / 26.03.2013 • 22:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ob der „Engel mit den Eisaugen“ zu einem weiteren Verfahren in Italien erscheint, ist mehr als fraglich. Foto: REUTERS
Ob der „Engel mit den Eisaugen“ zu einem weiteren Verfahren in Italien erscheint, ist mehr als fraglich. Foto: REUTERS

Das höchste italienische Gericht hat den Freispruch für die ­Studentin aufgehoben.

Rom. Neues Kapitel im Justiz-Krimi um den „Engel mit den Eisaugen“: Die US-Studentin Amanda Knox muss sich für den Mord an einer britischen Austauschstudentin in Italien erneut vor Gericht verantworten. Knapp fünfeinhalb Jahre nach dem Mord hob das höchste italienische Gericht am Dienstag den Freispruch für Knox, die wegen ihres Aussehens „Engel mit den Eisaugen“ genannt wird, und ihren früheren Freund Raffaele Sollecito auf. Knox ist seit ihrem Freispruch im Herbst 2011 in den USA. Ihr Anwalt erwartete nicht, dass die 25-Jährige für den neuen Prozess anreisen wird. Knox und dem Italiener Sollecito wird vorgeworfen, die britische Austauschstudentin Meredith Kercher 2007 im umbrischen Perugia bei ausufernden Sexspielen getötet zu haben. Nach einer ersten Verurteilung waren sie im Oktober 2011 in zweiter Instanz in einem Indizienprozess freigesprochen worden. Dagegen hatten die Familie des Opfers und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.„Ich bin erschüttert“, sagte Knox nach Angaben ihres Anwalts Carlo Dalla Vedova zu dem Urteil. Sie habe in den USA eine schlaflose Nacht in Erwartung der Entscheidung verbracht. Ihr stehe es frei zu reisen, aber aus verschiedenen Gründen gehe er nicht davon aus, dass sie nach Italien komme, sagte Vedova dem US-Sender CNN. Knox kann auch in Abwesenheit vor Gericht gestellt werden, und Italien kann bei einer definitiven Verurteilung ihre Auslieferung aus den USA beantragen.

In einer von Medien verbreiteten Stellungnahme nennt Knox die Gerichtsentscheidung schmerzlich. Sie greift die italienischen Staatsanwälte an, deren Mordtheorie sich als „völlig unbegründet“ erwiesen habe. In diese andauernde Justizschlacht gehe sie mit erhobenem Haupt und vertraue dabei auf die Wahrheit. Auch der in Verona studierende Solle­cito zeigte sich überrascht. Er habe gehofft, „man könne einen Schlussstrich unter diese Sache ziehen“.