Ärztin soll Hunderte Patienten getötet haben

Welt / 29.03.2013 • 22:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die brasilianische Ärztin wollte Medienberichten zufolge „die Intensivstation aufräumen“ und für freie Betten sorgen. Foto: AP
Die brasilianische Ärztin wollte Medienberichten zufolge „die Intensivstation aufräumen“ und für freie Betten sorgen. Foto: AP

Sieben Morde konnten ihr nachgewiesen werden. Weitere ­Patientenakten werden überprüft.

Curitiba. Für den Mord an sieben Patienten ist eine brasilianische Ärztin bereits angeklagt, doch einer neuen Untersuchung zufolge könnte die 56-Jährige für den Tod von rund 300 Menschen verantwortlich sein. 1700 Menschen starben in den vergangenen sieben
Jahren im evangelischen Krankenhaus in der Stadt Curitiba im Süden Brasiliens. Deren Patientenakten sollen jetzt genauestens geprüft werden.

Wollte für freie Betten sorgen

Die Ärztin und sieben ihrer Mitarbeiter werden beschuldigt, den Opfern muskelentspannende Medikamente verabreicht und danach die Sauerstoffzufuhr gekappt haben, berichtet die britische BBC. Dadurch sei es bei den Patienten zum Erstickungstod gekommen. Die Ärztin soll ihre Patienten umgebracht haben, weil sie „die Intensivstation aufräumen“ und für freie Betten sorgen wollte. Das geht aus Telefonaten hervor, die Ermittler abgehört haben. Sie habe sich als Leiterin der Intensivstation „allmächtig“ gefühlt, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft.

Bei der Überprüfung der Todesfälle der vergangenen Jahre sind die Ermittler nun auf weitere verdächtige Vorgänge gestoßen. „Es bestehen bereits mehr als 20 weitere Fälle, und knapp 300 Akten werden noch untersucht“, sagte Chefermittler Mario Lobato im brasilianischen Fernsehen.

Im Falle einer Anklage in dem Ausmaß von 300 Tötungen wäre es einer der weltweit größten Fälle von Serienmord – zu vergleichen mit dem britischen Arzt Harold Shipman, der zwischen 1975 und 1998 bei Hausbesuchen mindestens 171 Frauen und 44 Männer mit Heroin umbrachte.