38 Menschen stürzten bei Busunglück in den Tod

Welt / 29.07.2013 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Reisegruppe war auf dem Rückweg von einem Wochenendausflug. Fotos: REUTERS
Die Reisegruppe war auf dem Rückweg von einem Wochenendausflug. Fotos: REUTERS

Italienische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Rom. Es sollte ein fröhlicher Wochenendausflug werden, doch für Dutzende Menschen wurde es eine Fahrt in den Tod: Bei einem der schwersten Busunglücke Italiens ist ein Reisebus in eine Schlucht gestürzt, 38 Menschen kamen ums Leben. Der Reisebus war am späten Sonntagabend nahe Neapel von einer Autobahnbrücke 30 Meter tief in einen Abgrund gefallen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zehn Mitglieder der Reisegruppe überlebten den Unfall schwer verletzt.

In Stau-Ende gerast

Der Bus mit insgesamt 48 Insassen war ersten Ermittlungen zufolge gegen 20.30 Uhr mit großem Tempo in ein Stau-Ende gerast und hatte mehrere Autos gerammt. Dann durchbrach er eine Leitplanke und stürzte in eine Schlucht. In dem unwegsamen Gelände war die Bergung der Opfer besonders schwierig. Die Unglücksursache war zunächst noch unklar, vieles deutete aber auf einen technischen Defekt hin. Augenzeugen berichteten von einem geplatzten Reifen und Problemen mit den Bremsen. Ein Arbeiter an der Autobahn sah den Bus vor dem Unglück mit überhöhter Geschwindigkeit und geöffneter Tür vorbeirasen. Der Fahrer soll zudem gegen die Leitplanke gefahren sein und so versucht haben, den Bus zu bremsen.

Zustand der Straße

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Die Leiche des Fahrers solle auf Alkohol- und Drogenrückstände untersucht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Im Fokus stehe aber nicht nur der Fahrer, sondern auch der Zustand der Straße und des Busses. Er sei im März bei der Inspektion gewesen, sagte Verkehrsminister Maurizio Lupi. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte alle Unterlagen zu dem Bus und Bilder aus Überwachungskameras an der Autobahn. Die Unfallstrecke auf der Autobahn A16 zwischen Neapel und Bari bei Avellino in Kampanien war schon mehrfach Schauplatz von Unfällen und wird als gefährlich eingeschätzt. Ansa berichtete, in den vergangenen fünf Jahren habe es auf dem Streckenabschnitt vier tödliche Unfälle gegeben.

Die Särge mit den Opfern wurden in eine Schule im nahe gelegenen Monteforte Irpino gebracht. Für sie soll es heute eine Trauerfeier geben.