„Wir haben die Menschen noch nicht aufgegeben“

Welt / 18.08.2013 • 21:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Fähre war mit dem Frachter „MV Sulpicio Express Siete“ kollidiert und rasch gesunken. Nach 85 Vermissten wird noch gesucht. Foto: reuters
Die Fähre war mit dem Frachter „MV Sulpicio Express Siete“ kollidiert und rasch gesunken. Nach 85 Vermissten wird noch gesucht. Foto: reuters

Rettungskräfte suchen nach Fährunglück auf den Philippinen noch immer nach Über­lebenden. Mindestens 39 Menschen starben.

Manila. Bei einem Fährunglück auf den Philippinen sind möglicherweise mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. 39 Leichen wurden bereits geborgen. Die Suche nach 85 Vermissten haben die Rettungskräfte am Sonntag fortgesetzt. „Es ist möglich, dass es Luftblasen in den Kabinen gibt“, sagte Marinesprecher Gregory Fabic. Darin könnten Passagiere bis zu 72 Stunden überleben. „Wir haben die Menschen noch nicht aufgegeben“, sagte der Gouverneur von Cebu. Neben Tauchern waren am Sonntag auch Helikopter, Fischerboote und Schiffe der Marine an der Suche beteiligt.
Die Fähre „MV Thomas Aquinas“ mit 751 Passagieren und mehr als 100 Besatzungsmitgliedern an Bord war in der Nacht auf Samstag mit dem Frachter „MV Sulpicio Express Siete“ zusammengestoßen und nahe des Piers von Cebu, einer Stadt 570 Kilometer südlich von Manila, schnell gesunken. Der Kapitän der „MV Thomas Aquinas“ ordnete die Evakuierung an, nachdem das Schiff Schlagseite bekommen und zu sinken begonnen hatte. Hunderte Menschen sprangen in der Dunkelheit ins Wasser. Andere wurden im Schlaf von dem Unglück überrascht und versuchten, einen Weg an Deck zu finden. „Die Menschen waren in Panik, die Crew händigte Rettungswesten aus und zeigte mit ihren Lampen den Weg. Aber sie hatten es nicht mehr unter Kontrolle, denn das Schiff sank schon“, sagte eine Überlebende.

Menschliches Versagen

Die Fähre war von der südphilippinischen Provinz Agusan del Norte unterwegs über Cebu nach Manila. Der Frachter fuhr von Cebu Richtung Süden nach Davao. Nach Behördenangaben waren beide Schiffe seetauglich und auch erst kürzlich überprüft worden, weshalb menschliches Versagen als Unglücksursache vermutet wird. Konteradmiral Tuason zufolge wich eines der Schiffe offenbar von der zulässigen Route ab – offen blieb, welches.