Pakistanisches Mädchen erhält den Friedenspreis

Welt / 27.08.2013 • 21:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit dem Anschlag auf ihren Schulbus, bei dem ihr in den Kopf geschossen wurde, lebt Malala mit ihrer Familie in Großbritannien. Foto: EPA

Seit dem Anschlag auf ihren Schulbus, bei dem ihr in den Kopf geschossen wurde, lebt Malala mit ihrer Familie in Großbritannien. Foto: EPA

Malala Yousafzai (16) riskierte ihr Leben im Kampf für den Zugang zu Bildung für Mädchen.

Amsterdam. Das pakistanische Mädchen Malala Yousafzai wird in diesem Jahr mit dem internationalen Friedenspreis für Kinder ausgezeichnet. Die heute 16-Jährige habe „ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um für den Zugang zum Unterricht für Mädchen auf aller Welt zu kämpfen“, teilte die niederländische Kinderrechtsorganisation KidsRights am Dienstag in Amsterdam mit.

Die 16-Jährige setzt sich, seit sie elf Jahre alt ist, für Unterricht für Mädchen ein. Sie war zunächst mit einem Blog für den britischen Rundfunk BBC zu Bekanntheit gelangt. Darin beschrieb sie ihr Leben unter den Taliban, die vorübergehend das Swat-Tal an der Grenze zu Afghanistan kontrollierten, bevor die Armee sie wieder vertrieb. Im vergangenen Oktober ist die Schülerin von radikal-islamischen Talibanschützen schwer verletzt worden. Das Attentat erschütterte die Welt und machte das Mädchen zur Symbolfigur für das Recht auf Bildung. In einer Rede bei den Vereinten Nationen in New York forderte Malala im Juli eine qualifizierte Schulbildung für alle Kinder und stellte klar, sie lasse sich nicht den Mund verbieten. Sie werde weiter kämpfen. „Sie dachten, die Kugeln würden uns zum Schweigen bringen, doch sie scheiterten“, sagte Malala. Aus dem Schweigen seien „Tausende Stimmen“ erwachsen, fügte sie unter dem Applaus der Zuhörer ihrer Rede hinzu. „Die Terroristen dachten, sie könnten meine Ziele und meine Ambitionen ändern. Doch nichts hat sich im Leben geändert, außer dies: Schwäche, Angst und Hoffnungslosigkeit starben. Stärke, Mut und Leidenschaft wurden geboren.“

Die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman wird den Preis am 6. September in Den Haag überreichen. Das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro soll nach Angaben von KidsRights Bildungsprojekten für Mädchen in Pakistan zugutekommen.