Ötzi hat laut Forschern 19 Verwandte in Tirol

Welt / 10.10.2013 • 21:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Schweizer Engadin sowie im Südtiroler Vinschgau könnten weitere Verwandte des Gletschermannes leben. Foto: AP
Im Schweizer Engadin sowie im Südtiroler Vinschgau könnten weitere Verwandte des Gletschermannes leben. Foto: AP

Das zeigt eine neue Studie, die eigentlich etwas ganz anderes untersuchen wollte.

Innsbruck. (TT, apa) Wissenschafter der Innsbrucker Gerichtsmedizin haben mittels DNA-Analyse 19 Tiroler ausfindig gemacht, die mit der Gletschermumie Ötzi verwandt sind. „Diese Männer und der Ötzi hatten die gleichen Vorfahren“, erklärte Walther Parson vom Institut für Gerichtliche Medizin.

Für das Forschungsprojekt haben 3700 Männer in Tirol Blut gespendet und auch ihren Geburtsort und die nächsten männlichen Vorfahren angegeben. Durch DNA-Analysen fanden die Forscher 19 Männer, die der gleichen genetischen Gruppe wie Ötzi angehören. „Es gibt Teile der menschlichen DNA, die generell unverändert vererbt werden“, erklärte Parson. Bei Männern würden diese am Y-Chromosom, bei Frauen in den Mitochondrien liegen. Etwaige Veränderungen würden lediglich durch Mutationen zustande kommen, welche dann wiederum weitervererbt werden. „Deshalb können wir Menschen mit den gleichen Mutationen in sogenannte Haplogruppen zusammenfassen“, sagte der Wissenschafter. Mithilfe dieser Haplogruppen könne man die Verbreitung des modernen Menschen nachverfolgen. Die Forscher konnten bei ihren Untersuchungen Rückschlüsse auf Wanderrouten der früheren Menschen ziehen. So finde sich etwa die Haplogruppe G heute vor allem im Vorderen Orient. „In Europa ist diese Haplogruppe eher selten, außer in Tirol. Hier finden wir im oberen Inntal und im Paznauntal erhöhte Werte“, erzählte Parson. In Landeck wiederum sind die Werte auf einem normalen Niveau. „Das lässt den Schluss zu, dass Landeck vor rund 10.000 bis 20.000 Jahren vom Süden her kaum passierbar war.“

Die Forscher vermuten, dass es auch im Schweizer Engadin und im Südtiroler Vinschgau erhöhte Werte der Haplogruppe G geben müsste. „Wir haben bereits Kooperationspartner gefunden, um unsere Forschung fortsetzen zu können“, berichtet Parson.

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