Über 90 Pilger sterben bei Massenpanik vor Tempel

Welt / 13.10.2013 • 23:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Indien ereignen sich bei religiösen Festen wegen der Vielzahl an Pilgern immer wieder schwere Unfälle und Paniken mit Toten. Foto: AP
In Indien ereignen sich bei religiösen Festen wegen der Vielzahl an Pilgern immer wieder schwere Unfälle und Paniken mit Toten. Foto: AP

Das Unglück ereignete sich auf einer Brücke, die zu dem indischen Ratangarh-Tempel führt.

Neu-Delhi. Bei einer Massenpanik vor einem Hindu-Tempel in Indien sind am Sonntag mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer liege bei mindestens 91, sagte ein Polizeivertreter. Beim Unglück während des Navaratri-Fests im Bezirk Datia im zentralen Bundesstaat Madhya Pradesh seien zudem mehr als hundert Menschen verletzt worden. Die Panik brach auf einer Brücke vor dem Tempel aus, wie der hochrangige Polizeibeamte D. K. Arya sagte.

Zuvor hätten Gerüchte die Runde gemacht, die Brücke über dem Fluss Sindh drohe einzustürzen, weil sie von einem Traktor gerammt worden sei. Es werde befürchtet, dass zahlreiche Menschen in den Fluss gestürzt seien. Aus Polizeikreisen verlautete, auf der Brücke hätten sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 20.000 Menschen aufgehalten. Im Tempel wurde der Abschluss des Navaratri-Fests zu Ehren der Hindu-Göttin Durga begangen. Die achtarmige Durga symbolisiert im Hinduismus den Sieg des Guten über das Böse und wird als eine Frau dargestellt, die Waffen in ihren acht Händen trägt. Das Navaratri-Fest lockt vor allem im Norden Indiens Millionen Gläubige in die Tempel. In dem Tempel von Datia und seiner Umgebung hatten sich vor der Massenpanik bereits bis zu 400.000 Menschen versammelt. Datia liegt rund 350 Kilometer nördlich von Bhopal, der Hauptstadt von Madhya Pradesh.

Der indische Fernsehsender NDTV berichtete unter Berufung auf Quellen vor Ort, die Polizei habe die Lage noch verschärft, indem sie die Menge mit schweren Stöcken auseinandergetrieben habe. Arya dementierte den Einsatz von Knüppeln. Die Zeitung „Times of India“ berichtete in ihrer Online-Ausgabe, aus Frust über den Rettungsein­satz nach dem Unglück hätten einige Menschen die Polizei mit Steinen beworfen.