Das Schicksal der kleinen Maria gibt Rätsel auf

Welt / 22.10.2013 • 22:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Interpol hat sie nicht auf der Suchliste. Eltern vermisster Kinder machen sich Hoffnung.

Athen. Das mutmaßlich entführte Mädchen Maria in Griechenland wird nicht in der Vermisstenkartei der internationalen Polizeibehörde Interpol geführt. Dies berichteten Medien des Landes am Dienstag unter Berufung auf Polizeiquellen. Demnach beantwortete die Interpol-Zentrale im französischen Lyon eine Anfrage der griechischen Polizei negativ. Die von den Behörden eingesandten DNA-Proben stimmten nicht mit dem Interpol vorliegenden Erbgut vermisster Personen überein.

Unterdessen machen sich viele Eltern vermisster Kinder in Europa Hoffnung, die etwa Fünfjährige könnte ihre Tochter sein. So haben sich Behörden aus mindestens sieben europäischen Ländern und aus Griechenland selbst Medienberichten zufolge mit DNA-Proben an die Behörden in Athen gewandt. Das kleine blonde Mädchen war am vergangenen Donnerstag in einer Roma-Siedlung entdeckt worden. Das Paar, bei dem die Kleine lebte, sitzt seit Montag wegen des Verdachts auf Kindesentführung in Untersuchungshaft. Vor dem Haftrichter sagten die 40-Jährige und der 39-Jährige laut Berichten aus, ein Paar aus Bulgarien habe ihnen das Kind anvertraut, weil es das Mädchen nicht großziehen konnte. Einen möglichen Zusammenhang mit Bulgarien will nach Medieninformationen auch die griechische Polizei nicht ausschließen. Demnach könnte das Mädchen den Roma in die Hände gefallen sein, als in Bulgarien ein Ring von Kriminellen ausgehoben wurde, der von 2008 bis 2010 illegale Adoptionen vermittelte.

In der Athener Stadtverwaltung hat der Fall „Maria“ inzwischen zu personellen Konsequenzen geführt. Der Bürgermeister der griechischen Hauptstadt, Giorgos Kaminis, hat vier leitende Standesbeamte suspendiert. Das Auffinden des Mädchens hatte große Unregelmäßigkeiten vor allem im Athener Standesamt aufgezeigt.

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