Taucher machen Jagd auf „Killer-Seesterne“

Welt / 21.03.2014 • 22:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Gefräßige Dornenkronen bedrohen das Great Barrier Reef.

Cairns. Dornenkronen bedrohen das größte Korallenriff der Welt. Es hilft nur eins: Taucher müssen die Tiere mit Spritzen vergiften – Stück für Stück. Das 2300 Kilometer lange Great Barrier Reef entlang der australischen Ostküste ist schon angegriffen: durch die Schifffahrt, durch den Ausbau von Häfen, durch Düngemittel, die von Plantagen ins Meer gespülten werden, durch Zyklone und Klimaeinflüsse. Eine Invasion der gefräßigen Killer-Seesterne könnte ihm den Rest geben. „Dornenkronen stellen für das langfristige Überleben der Korallenriffe eine bedeutende Bedrohung dar“, warnt das Meeresforschungsinstitut Aims. Das Institut schätzt, dass 2013 ein Drittel der rund 3000 Korallenriffe des Meeresparks befallen waren.

Nun sind Dornenkronen (Acanthaster planci) nicht neu. Während sie früher aber nur alle 80 Jahre massiv auftraten, gibt es jetzt alle 15 Jahre Ausbrüche, wie die Meerespark-Behörde am Great Barrier Reef berichtet. „Normalerweise erholen sich die Riffe in der Zwischenzeit“, sagt Korallenforscher Morgan Pratchett von der James-Cook-Universität. „Aber das funktioniert nicht mehr, weil sie durch viele andere Störungen geschwächt sind.“ Die Behörde nennt vor allem die Wasserqualität. Wenn nach Überschwemmungen aus Plantagen in Fluss- oder Küstennähe übergebührlich Nährstoffe ins Meer gespült werden, ist das für Dornenkronenlarven ein Fressfest. Einmal ausgewachsen haben sie praktisch keine natürlichen Feinde mehr. Eine Dornenkrone kann zehn Quadratmeter Korallen im Jahr vertilgen. Hunderttausende davon sitzen auf den Riffen.

Ein Forscher der James- Cook-Universität hat den Kampf gegen Dornenkronen revolutioniert. Jairo Rivera-Posada fand heraus, dass ein einziger Schuss Ochsengalle die Tiere zur Strecke bringen kann. Nach langen Studien, um sicherzustellen, dass weder Korallen noch Fische gefährdet werden, wird seit etwa sechs Monaten erfolgreich Ochsengalle gespritzt.