Brasilien ist bei Preisen schon weltmeisterlich

Welt / 13.06.2014 • 22:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
WM-Touristen brauchen eine prall gefüllte Urlaubskasse. Foto: GEPA

WM-Touristen brauchen eine prall gefüllte Urlaubskasse. Foto: GEPA

Fußball-WM treibt Preise in die Höhe. Touristen müssen tief in die Tasche greifen.

Rio de Janeiro. Das kann Brasilien schon jetzt für sich in Anspruch nehmen: Es wird eine Fußballweltmeisterschaft der Superlative – was die Preise betrifft, die WM-Touristen hinblättern müssen.

Wer nicht schon durch den Flug und die Hotelkosten gebeutelt ist, kommt diesem Punkt in Windeseile näher. Ein Cheeseburger für umgerechnet 12,50 Euro, eine Salami-Pizza für 26 Euro. Und wohlgemerkt: Das sind die Preise, die brasilianische Stadtbewohner zahlten, kurz bevor die WM noch höhere Standards setzte. Einheimische haben eine Bezeichnung für die schwindelerregenden Preise, sie sprechen von den „Custo Brasil“, den „brasilianischen Kosten“ – einer Mischung aus hohen Steuern und Importzöllen, verbunden mit schlechter Infrastruktur, einer Dosis Ineffizienz und einem gehörigen Schuss Bürokratie.

Rasiercreme, Seife, Kosmetiktücher, Aspirin – alles ist doppelt oder dreifach so teuer wie anderswo. Auch die Hotelpreise in vielen der brasilianischen Austragungsstädte haben sich vor der WM verdoppelt. Dem Reiseratgeber TripAdvisor zufolge werden Besucher in Rio am meisten hinblättern müssen. Hotels kosten demnach hier durchschnittlich umgerechnet 326 Euro pro Nacht, und zusammen mit Essen und anderen Ausgaben kommen leicht 500 Euro am Tag zusammen. Fortaleza und Manaus liegen mit geschätzten durchschnittlichen 440 beziehungsweise 405 Euro pro Tag an zweiter und dritter Stelle.

Sogar die Gastgeberstädte mit vergleichsweise gemäßigteren Preisen werden tiefe Löcher in die Urlaubskassen reißen. Auf 335 Euro pro Tag müssen sich etwa die Besucher in Cuiaba einrichten, und wer nach São Paulo kommt, wird durchschnittlich um 350 Euro am Tag ärmer.

Nach Einschätzung von Experten werden die Preise auf hohem Niveau gehalten, weil das Angebot nicht mit der Nachfrage mithalten kann.

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