Rettungstrupp schafft schwieriges Teilstück

Welt / 16.06.2014 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Rettung des verletzten Höhlenforschers geht schneller voran als gedacht.

Berchtesgaden. Die Rettung des verletzten Höhlenforschers aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden geht offenbar besser voran als gedacht. Der Trupp mit dem verunglückten Johann Westhauser erreichte nach Angaben der Bergwacht am Montagmorgen bereits Biwak 3 in rund 700 Metern Tiefe. Sie waren dazu neun Stunden unterwegs. Ursprünglich waren die Retter davon ausgegangen, dass der Weg über senkrechte, glatt geschliffene und glitschige Wände bis zu zwei Tage dauern könnte. Am frühen Abend sollte es dann weitergehen, wie die Bergwacht mitteilte.

Die Retter bringen Westhauser auf einer Trage durch enge Gänge, Canyons und über unterirdische Bachläufe. Über die Steilwände mussten sie ihn hochziehen. Teils arbeiten die Helfer mit Flaschenzug, vor allem aber mit einem Pendelzug, bei dem sich andere Höhlenkletterer als Gegengewicht die Wand hinunterlassen.

Bis Biwak 4 hatten die Helfer zunächst die „lange Gerade“ überwinden müssen. Was auf Plänen und Skizzen der Höhle aussieht wie ein langer horizontaler Gang, ist den Beschreibungen zufolge in Wirklichkeit verwinkelt. Der Weg führte durch Engstellen und um enge Kurven. Dann ging es über senkrechte Schächte rund 200 Höhenmeter nach oben zu Biwak 3. Westhauser sollte dort erst einmal ausruhen. Sein Zustand sei weiter stabil.

Von Biwak 3 aus steht den Rettern noch eine schwierige Strecke bevor. „Man muss klar sagen, dass das Stück, das jetzt im Anschluss kommt, schwieriger ist als das vorherige“, sagte ein Mitarbeiter der Bergwacht. Dutzende Helfer sichern den Weg nach oben ab, damit die Gruppe mit dem Verletzten besser vorankommt. Zwischen 40 und 50 Helfer internationaler Teams sind dazu in der Höhle.

Der 52-jährige Johann Westhauser gehörte zu den Entdeckern der Riesending-Höhle. Am Sonntag vor einer Woche hatte Steinschlag die Forschergruppe, bestehend aus Westhauser und zwei Freunden, in 1000 Metern Tiefe überrascht. Der erfahrene Höhlengänger wurde von einem Brocken am Kopf getroffen und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.