Bergungskräfte nähern sich dem Tageslicht

Welt / 17.06.2014 • 22:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Rettung könnte bis Donnerstag oder Freitag abgeschlossen sein.

Berchtesgaden. Die Rettung des verletzten deutschen Forschers Johann Westerhauser aus der bayrischen Riesending-Schachthöhle könnte angesichts des weiterhin hohen Tempos der Helfer bis Donnerstag oder Freitag abgeschlossen sein. Das sagte Stefan Schneider von der Bergwacht am Dienstag in Berchtesgaden. „Wir kommen gut voran. Wir sind wenige Stunden vor dem Zeitplan.“ Über das weitere Vorgehen entscheiden aber die Helfer in der Höhle, betonte der stellvertretende Vorsitzende der bayrischen Bergwacht.

Seit Freitagabend transportiert ein 15-köpfiges italienisches Höhlenretterteam den durch einen Steinschlag in 1000 Metern Tiefe am Kopf verletzten 52-Jährigen auf einer Trage durch die unwegsame Höhle in Richtung Ausgang. Dutzende weitere Spezialisten aus Italien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Kroatien beteiligen sich ebenfalls an dem schwierigen Einsatz. Unter anderem bereiten sie die Route für ihre Kollegen vor.

Am Dienstag ließ das Transportteam das vorletzte von fünf Biwaklagern in einer Tiefe von etwa 500 Metern hinter sich und nahm Kurs auf das höher gelegene Biwak­lager I. Auf dem aktuellen Streckenabschnitt warteten auf die Helfer und ihren Patienten aber erneut steile Schächte, die nur mit Bergsteigerausrüstung zu bewältigen sind. Auch einen unterirdischen Wasserfall müssen sie dabei passieren.

Schneiders Angaben zufolge versuchen die Retter, den Patienten so ruhig und erschütterungsfrei wie möglich zu bewegen. Auf den ebenen Abschnitten werde die Trage mühselig vorangeschoben und -gehoben.

Der ständig von mindestens einem Arzt betreute Patient sei weiterhin stabil, sagte Schneider. Nach den ihm vorliegenden Informationen aus der Höhle habe der Verletzte sogar darum gebeten, die Arme aus dem Schlafsack herausnehmen zu dürfen, um seine Retter beim Transport zu unterstützen.

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