Ebola-Kranke werden in den USA behandelt

Welt / 03.08.2014 • 22:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Sie halfen und brauchen nun selbst Hilfe: Infizierter US-Arzt und Missionarin in die Staaten eingeflogen.

atlanta, lagos. Zum ersten Mal werden in den USA Ebola-Patienten behandelt. Am Wochenende traf zunächst der infizierte amerikanische Arzt Kent Brantly mit einem Spezialflugzeug aus Liberia ein. Von einem Militärflughafen im Bundesstaat Georgia wurde er mit einem Krankenwagen in eine Sonderabteilung des Emory University Hospital in Atlanta gebracht. Danach sollte der mit nur einer Isolationskammer ausgerüstete Jet dem Sender CNN zufolge Nancy Writebol heimholen. Beide US-Bürger hatten sich während ihres humanitären Einsatzes in Westafrika infiziert, wo in den vergangenen Monaten mehr als 700 Menschen an Ebola starben. Unter den Opfern sind auch Dutzende meist einheimische Helfer.

Bilder zeigten, wie Brantly in Schutzkleidung eingehüllt vorsichtig aus einem Krankenwagen stieg und, gestützt von einem Helfer, in die Klinik lief. Er sei bereits von seiner Frau besucht worden, mit der er – getrennt durch eine Glaswand – 45 Minuten sprechen konnte, hieß es bei CNN.

Angst vor Einschleppung

Der leitende Arzt Bruce Ribner nannte den Gesundheitszustand beider Patienten „stabil“. Er versicherte, dass alle nötigen Maßnahmen getroffen worden seien, um eine Ausbreitung der gefährlichen Krankheit in den USA zu verhindern. In den USA hatte sich etwa in sozialen Netzwerken die Angst geregt, Ebola einzuschleppen.

Auch menschliche Größe offenbarte sich: Brantly soll ein für ihn gedachtes Serum abgelehnt haben, damit es seiner Kollegin zur Verfügung steht. Dem Arzt wiederum habe in Liberia ein 14-Jähriger helfen wollen, teilte die Hilfsorganisation Samaritan‘s Purse mit, für die beide Helfer im Einsatz waren. Der Junge hatte demnach dank der US-Helfer Ebola überlebt, Brantly bekam Blut von ihm gespritzt – mit der Hoffnung auf Antikörper, die seinem Körper beim Kampf gegen das Virus helfen könnten.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.