US-Nationalgarde geht gegen Protestierer vor

Welt / 18.08.2014 • 22:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Polizei geht nun mit Tränengas und Rauchbomben gegen die Demonstranten vor. Foto: Reuters
Die Polizei geht nun mit Tränengas und Rauchbomben gegen die
Demonstranten vor. Foto: Reuters

Die Kleinstadt Ferguson kommt nach dem Tod eines schwarzen Teenagers einfach nicht zur Ruhe.

Ferguson. Nach tagelangen Auseinandersetzungen um den Tod eines schwarzen Teenagers in Missouri wird in Ferguson nun die Nationalgarde eingesetzt. Der Gouverneur des US-Bundesstaates Missouri, Jay Nixon, unterzeichnete am Montag eine entsprechende Anordnung. Zuvor war es vor Inkrafttreten einer nächtlichen Ausgangssperre erneut zu Unruhen gekommen. Bei den Ausschreitungen seien Brandsätze geworfen und Schusswaffen gegen die Polizei eingesetzt worden. Mit Atemmasken und Schutzkleidung ausgerüstete Polizisten waren mit Tränengas und Rauchbomben gegen Demonstranten in dem Vorort von St. Louis vorgegangen.

Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem vor einer Woche ein weißer Polizist in Ferguson einen 18-jährigen Schwarzen erschoss, obwohl dieser unbewaffnet war. Nach Angaben von Augenzeugen soll Mike Brown die Hände über den Kopf gehalten haben, als die Schüsse fielen. Seit dem Tod des Jugendlichen ist es in Ferguson fast täglich zu Protesten gekommen. Angeheizt wurde die Lage durch das massive Auftreten der örtlichen Polizei mit Beamten in Schutzanzügen und gepanzerten Fahrzeugen. Als Ende vergangener Woche die örtliche Polizei abgezogen und durch die Polizei des Bundesstaates ersetzt wurde, beruhigte sich die Lage für kurze Zeit. Nach weiteren Unruhen verhängte der Gouverneur dann eine Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 5 Uhr.

Sechs Mal getroffen

Für weitere Unruhe sorgte, dass ein am Freitag veröffentlichter Polizeibericht Brown eines Überfalls auf ein Geschäft verdächtigt, bevor es zu den tödlichen Schüssen kam. Allerdings wurde später klargestellt, dass der Polizist, der auf den 18-Jährigen schoss, nichts von dem Verdacht wusste. Zudem weigerte sich die Polizei tagelang, den Namen des Beamten bekanntzugeben, der die Schüsse abgab. Der Tathergang ist zwischen den Behörden und Augenzeugen umstritten. Nach einem Bericht der „New York Times“ wurde Brown mindestens sechs Mal von den Geschossen getroffen. Dies habe eine Obduktion eines Gerichtsmediziners ergeben, die die Familie in Auftrag gab.

Zwei Tage nach Browns Tod wurde in Los Angeles ein weiterer Schwarzer von der Polizei erschossen. Nach Darstellung seiner Familie leistete der 25-Jährige, der an einer psychischen Erkrankung gelitten haben soll, gegen die Beamten keinen Widerstand. Die Vorfälle haben in den USA eine Debatte über mutmaßliche Benachteiligungen von Minderheiten durch die Polizei ausgelöst.

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