Wie Technik die Sprache nachhaltig verändert

Welt / 22.08.2014 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Positiv werden laut Studie die Erweiterung des Wortschatzes, die damit verbundene Globalisierung und Modernisierung bewertet.  VN/Steurer
Positiv werden laut Studie die Erweiterung des Wortschatzes, die damit verbundene Globalisierung und Modernisierung bewertet. VN/Steurer

Studie mit 1000 Personen untersuchte die Wirkung von Smartphones auf unser Sprachverhalten.

Wien. 58 Prozent der Österreicher meinen, dass die Technik den größten Einfluss auf die Sprache ausübt, gefolgt von Jugendlichen beziehungsweise Jugendkultur. Als dritter Einflussfaktor werden Medien genannt. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen „Social Impact Studie“ des Mobilfunkanbieters A1 und des Marktforschungsinstituts GfK Austria, die am Freitag präsentiert wurde.

Insgesamt nutzen demnach 72 Prozent der Österreicher ein Smartphone, bei den unter 29-Jährigen sind es 89 Prozent. Während die Handynutzung allgemein zu zwei Dritteln für mündliche und zu einem Drittel für schriftliche Kommunikation genutzt wird, hat sich dieses Verhältnis bei den Jugendlichen bereits umgedreht. „Sie tippen anstatt zu telefonieren“, so A1-Generaldirektor Hannes Ametsreiter. Auch in Bezug auf die Rechtschreibung zeigen sich unter 24-Jährige toleranter. 60 Prozent der Jugendlichen halten Tippfehler für zulässig, bei den über 55-Jährigen sind es nur 29 Prozent.

Fernsehen und Medien (20 Prozent), gefolgt von Internet mit 17 Prozent und SMS mit 14 Prozent gelten bei den österreichischen Handynutzern als Technikformen, die die Sprache beeinflussen. „Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man sich überlegt, wie viele neue Begriffe wir in diesem Bereich in den letzten Jahren lernen mussten“, erklärte Rudolf Bretschneider von der GfK Austria. Vor allem die Jugend nimmt die Veränderung in der eigenen Sprache deutlich wahr: So geben 47 Prozent der Nutzer bis 24 Jahren an, dass sich ihre Sprechweise stark verändere, während dies nur bei 18 Prozent der älteren Nutzer ab
55 Jahren der Fall ist.

Technikbedingte Sprachveränderungen werden großteils eher ambivalent aufgenommen. Positiv wird vor allem die Erweiterung des Wortschatzes, die damit verbundene Globalisierung und Modernisierung bewertet. Unter den negativen Argumenten führen Anglizismen gemeinsam mit der Angst, dass der österreichische Dialekt verloren geht. An dritter Stelle steht die vermehrte Verwendung des bundesdeutschen Sprachstiles.

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