Mehr als 1400 Kinder in England missbraucht

Welt / 26.08.2014 • 22:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

London. Mindestens 1400 Kinder sind in den vergangenen Jahren in der englischen Stadt Rotherham Opfer von Sexualverbrechen geworden. Das ist das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung, die Fälle aus den Jahren 1997 bis 2013 aufgearbeitet hat. Die Täter hätten Mädchen und Jungen vergewaltigt, entführt, in andere englische Städte gebracht, geschlagen und eingeschüchtert, sagte die Autorin des Berichts, Alexis Jay, am Dienstag.

Damit ist das Ausmaß der Missbrauchsfälle weitaus größer, als aus den bisherigen polizeilichen Ermittlungen bekannt geworden war. 2010 war eine fünfköpfige Bande mit Wurzeln in Pakistan zu langen Haftstrafen wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden. Ob sich aus dem Bericht weitere strafrechtliche Ermittlungen ergeben, war zunächst unklar. Der Bericht wirft der Kommunalverwaltung in Rotherham krasses kollektives Versagen vor. In etwa einem Drittel der Fälle seien die Opfer bereits bei Kinderschutzeinrichtungen bekannt gewesen. Die Polizei habe den Ermittlungen keine Priorität eingeräumt und „viele der Kinder, die Opfer waren, mit Verachtung betrachtet“, sagte Jay. Der langjährige Ratsvorsitzende Roger Stone übernahm am Dienstag Verantwortung für das Versagen der Behörden und trat zurück.

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