Vulkan Bárdarbunga auf Island spuckt Lava

Welt / 29.08.2014 • 22:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit Mitte August brodelt es am Vulkan Bárdarbunga auf Island.  Foto: Reuters
Seit Mitte August brodelt es am Vulkan Bárdarbunga auf Island.  Foto: Reuters

Ausbruch nach zwei­wöchiger Erdbeben­serie. Die Auswirkungen blieben bisher gering.

Reykjavik. Der Vulkan Bárdarbunga auf Island ist ausgebrochen. In der Nacht zum Freitag spuckte der Berg wohl zum ersten Mal seit Beginn seismischer Aktivitäten vor zwei Wochen Lava aus. Isländische Meteorologen entdeckten nördlich des Gletschers Vatnajökull einen 900 Meter langen Riss, an dem das brodelnde Magma an die Oberfläche trat. Größere Aschemengen in der Luft wurden zunächst nicht registriert, so dass der Flugverkehr weitgehend unbeeinträchtigt blieb. Direkt über dem Vulkan gab es am Freitag jedoch vorübergehend ein Flugverbot.

„Bei einem Vulkan kann man nie vorhersehen, was passiert“, sagte eine Sprecherin des Zivilschutzes. Wenige Stunden nach den Eruptio­nen nahm die Aktivität offenbar ab. Das meteorologische Institut hatte zunächst die höchste Alarmstufe Rot ausgelöst, was bedeutet: Ein Vulkanausbruch steht unmittelbar bevor oder ist im Gange und ein enormer Ascheausstoß ist zu erwarten. Im Laufe des Freitags senkte das Institut den Alarm auf Orange herunter. Das bedeutet, dass der Bárdarbunga eine erhöhte oder steigende Aktivität mit erhöhtem Eruptionspotenzial zeigt.

Das über dem Berg verhängte Flugverbot umfasste einen Radius von 5,5 Kilometern und galt bis zu einer Höhe von 1,5 Kilometern. Die Flughäfen auf Island blieben vorerst geöffnet. „Es ist nur ein kleiner Bereich wirklich von der Eruption betroffen“, erklärte die Zivilschutzsprecherin.

Beim Ausbruch des Gletschervulkans Eyjafjallajökull 2010 waren so große Aschemengen in den Luftraum geschleudert worden, dass der Flugverkehr in weiten Teilen Europas mehrere Tage zum Erliegen kam.

Ein Ausbruch des Vulkans Bárdarbunga könnte weitreichende Folgen haben. Auf dem Berg befindet sich der bei Touristen beliebte Gletscher Vatnajökull. Tritt die Lava unter dem Eis aus, könnte sie das Eis zum Schmelzen bringen und schwere Überschwemmungen auslösen.
Zu dem Ausbruch in der Nacht kam es jedoch fünf Kilometer vom Gletscher entfernt in einem Gebiet ohne Eisdecke.

Vulkan Bárdarbunga  auf Island spuckt Lava

Stichwort. Der Vulkan Bárdarbunga

Der Bárdarbunga ist einer der größten Vulkane der Welt und gehört zu den 30 aktiven Vulkanen auf Island. Auf seiner Spitze befindet sich der Vatnajökull, der größte Gletscher Islands. Im Zentrum des Bárdarbunga gibt es einen 700 Meter tiefen und im Durchmesser mehrere Kilometer großen Krater. Er wird von einer ungefähr 850 Meter dicken Schicht aus Gletschereis überzogen.

Laut dem Meteorologischen Institut auf Island hat sich die seismische Aktivität des Bárdarbunga in den vergangenen sieben Jahren konstant erhöht. Vulkanologen zufolge kann ein Ausbruch des Vulkans enorme Folgen haben. Einem Experten des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam zufolge kam es vor 8500 Jahren im Bárdarbunga zu einem der gewaltigsten Vulkanausbrüche der Neuzeit. Dabei stieß der Vulkan soviel Lava aus, dass eine Stadt wie Berlin unter einer mehrere Meter dicken Lavaschicht begraben worden wäre.

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