WWF warnt vor einem globalen Burn-out

Welt / 30.09.2014 • 23:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der WWF schlägt Alarm: Die Zahl der Tierpopulationen hat sich innerhalb von 40 Jahren mehr als halbiert. Foto: AP
Der WWF schlägt Alarm: Die Zahl der Tierpopulationen hat sich innerhalb von 40 Jahren mehr als halbiert. Foto: AP

Die Reserven der Erde nehmen nach Einschätzung der Umweltstiftung WWF in bedroh­lichem Maße ab.

Wien. Seit 1970 hat sich die Zahl der Tierpopulationen auf der Erde mehr als halbiert. Das ist das erschreckende Ergebnis des „Living Planet Report“, dem Zustandsbericht über die Welt, den der WWF alle zwei Jahre veröffentlicht. Dabei wurden mehr als 10.000 Wildtierpopulationen von 3000 Wirbeltierarten auf der ganzen Welt erfasst. Auch der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist weiter gestiegen. Wir verbrauchen derzeit die Ressourcen von eineinhalb Planeten. Das ist mehr als ein halber Planet zu viel. Auch steigt der Wasserverbrauch rapide an. Mehr als 200 Fluss-Einzugsgebiete, in denen knapp 2,7 Milliarden Menschen leben, leiden heute schon mindestens einen Monat im Jahr an Wasserknappheit. „Wir fällen Bäume schneller als sie nachwachsen, fischen die Ozeane leer und produzieren doppelt so viel Kohlendioxid, als die Atmosphäre, die Wälder und die Ozeane zusammen aufnehmen können“, warnt die Umweltschutzexpertin Barbara Tauscher vom WWF.

Kuwait braucht sechs Planeten

Macht die Menschheit weiter wie bisher, sind bis 2030 zwei komplette Planeten nötig, damit wir weiter existieren können. Die Folgen dieses Raubbaus sind bereits spürbar: Hungersnöte, Artensterben oder Wetterkatastrophen nehmen immer dramatischere Ausmaße an. Reiche Länder wie die arabischen Ölstaaten oder die USA nutzen ein Vielfaches an Ressourcen im Vergleich zu den armen Ländern des Südens. Wenn alle Menschen so leben würden wie im Ölscheichtum Kuwait, würden wir fast sechs Planeten oder im Fall der US-Amerikaner noch knapp vier Planeten brauchen. Die Bewohner von Ländern wie Nepal oder Pakistan verbrauchen hingegen nicht einmal einen halben Planeten.

Von allen Ländern verbraucht China mit 19 Prozent der globalen Ressourcen durch seine Einwohnerzahl und den steigenden Lebenswandel am meisten Boden, Wasser und Luft unter allen Ländern der Welt. Doch beim Pro-Kopf-Verbrauch von Natur liegt das Riesenreich nur an 76. Stelle von 152 untersuchten Ländern. Mehr als 50 Prozent des globalen ökologischen Fußabdrucks gehen auf die Freisetzung von Kohlendioxid zurück, das den Klimawandel anheizt und die Meere versauert. Europa und Nordamerika haben dabei den größten, Afrika den geringsten Anteil.

3,1 Planeten für Österreich

Österreich liegt mit seinem Pro-Kopf-Fußabdruck von allen untersuchten Ländern auf Platz 17. Würden alle Menschen so leben wie die Österreicher, bräuchte die Menschheit 3,1 Planeten, um die Bedürfnisse aller Menschen zu decken. Wir nehmen uns also drei Mal so viel wie uns zusteht.

Planeten-Verbrauch

» 1. Kuwait: 6 Planeten

» 2. Katar: 4,9 Planeten

» 3. VAE: 4,5 Planeten

» 4. Dänemark: 4,3 Planeten

» 5. Belgien: 4,3 Planeten

» 6. Trinidad u. Tobago: 4,3 P.

» 7. Singapur: 4,1 Planeten

» 8. USA: 4 Planeten

» 9. Bahrain: 3,9 Planeten

» 10. Schweden: 3,7 Planeten