Zweijähriges Mädchen stirbt nach Strafdusche

Welt / 10.11.2014 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Vater gab an, seine Tochter als „Erziehungsmaßnahme“ unter die Dusche gestellt zu haben.  Foto: APA
Der Vater gab an, seine Tochter als „Erziehungsmaßnahme“ unter die Dusche gestellt zu haben. Foto: APA

Das Kind aus Wien ist zwei Wochen nach der Tat ihren Verletzungen erlegen – Ermittlungen laufen.

Wien. Jenes zweijährige Mädchen, das von seinem Vater zur „Strafe“ unter die Dusche gestellt worden war, ist am Montag in Wien gestorben. Das sagte ein Sprecher des Wiener Krankenanstaltenverbundes auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA. Durch das heiße Wasser war eine große Körperfläche verbrüht worden, hieß es. Letztlich soll ein multiples Organversagen die Todesursache gewesen sein.

Das Mädchen war vor mehr als zwei Wochen mit schweren Verbrennungen ins SMZ-Ost gebracht worden. Die Ärzte hatten die Polizei verständigt, die den 26-jährigen Vater und die 25-jährige Mutter wegen Quälens oder Vernachlässigens Unmündiger sowie schwerer Körperverletzung anzeigten.

„Nachdem die Eltern das Kind erst am Abend ins Spital gebracht haben, wurde auch unterlassene Hilfeleistung angezeigt. Gegen den Vater wurde ein Betretungsverbot der gemeinsamen Wohnung wie auch des Spitals ausgesprochen“, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Der Vater hatte angegeben, er habe seine Tochter als „Erziehungsmaßnahme“ unter die Dusche gestellt – das heiße Wasser sei von ihm aber irrtümlich statt des kalten aufgedreht worden. Schwere Verletzungen am Rücken waren die Folge.

Wird der Vater wegen Quälens einer Unmündigen verurteilt, erhöhe sich jedenfalls der Strafrahmen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek. Durch den Tod des Mädchens geht es nun um ein Delikt mit Todesfolge. Die Anklagebehörde wartet nun auf einen schriftlichen Bericht des Krankenhauses, bevor über weitere Schritte entschieden werden kann.

Zwei weitere Kinder

Unterdessen sind die beiden Geschwister des Mädchens weiter bei der Mutter untergebracht. Bei ihnen handelt es sich um ein Baby im Alter von sieben Monaten und einen Buben im Volksschulalter. Bei einer fachärztlichen Untersuchung der beiden seien keine Verletzungen festgestellt worden, hieß es vom Jugendamt. Der Vater sei nach wie vor weggewiesen, sagte die Sprecherin des Jugendamts, Herta Staffa. Es gebe keine Hinweise, dass er sich nicht an die Verfügung halte.