Nach Rekordschnee wird Schlammchaos erwartet

Welt / 21.11.2014 • 22:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Buffalo türmte sich der Schnee stellenweise über zwei Meter.  RTS
In Buffalo türmte sich der Schnee stellenweise über zwei Meter. RTS

Menschen in Buffalo kämpfen noch immer mit Schneemassen, nun drohen mildes Wetter und Regen.

Buffalo. In den USA versinkt die Region um die Niagarafälle seit Tagen im Schnee, und die Menschen haben es langsam satt. In der am stärksten betroffenen Stadt Buffalo sind Tausende regelrecht in ihren Häusern gefangen. „Holt uns hier raus!“ zitierte die Zeitzung „Buffalo News“ die Schwestern Rosann Sessamen und Colleen Roger. Wegen meterhohen Schnees könnten sie die Türen zu ihrem Zweifamilienhaus nicht öffnen. Sie hätten zwar genügend Wasser und Essen, und die Heizung liefe, aber: „Es reicht langsam.“

Mehr als 5000 Menschen waren mittlerweile beim Schneeräumen im Einsatz. Nachdem Straßen und Wege passierbar gemacht wurden, halfen Freiwillige, Dächer vom Schnee zu befreien, wie Mark Poloncarz vom Landkreis Erie County sagte. Teilweise wurde schweres Gerät eingesetzt. In Buffalo liegen mancherorts schon fast zwei Meter Schnee. Gestern wurde starker Wind erwartet, der zu Schneeverwehungen führen könnte.

Schmelzwasser

Nun könnte es noch schlimmer kommen: Es soll deutlich wärmer werden. Befürchtet wird, dass Schmelzwasser und Regen dann für neues Chaos sorgen. Wenn Schneemassen auf den Dächern nass werden, drohen Gebäude einzustürzen. „Der Schnee fungiert dann zunächst als Schwamm, der das Wasser erst einmal aufnimmt“, sagte Poloncarz dem Sender CNN.

Im Großraum Buffalo sind bereits zwei Dutzend Dächer eingestürzt. Durch den Wintereinbruch starben bislang mindestens zehn Menschen. In Buffalo türmte sich der Schnee am Freitag stellenweise auf über zwei Meter. „Wenn wir euch sagen: ,Bleibt zu Hause‘, dann bleibt auch wirklich daheim“, rief New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo die Menschen in der Region auf. Auch im Bundesstaat Michigan wird Schnee erwartet.

„Upstate New York“, die nördliche Region des Bundesstaates an der kanadischen Grenze, ist harte und schneereiche Winter gewohnt. Noch vor ein paar Tagen waren es aber milde 15 Grad Celsius, und so warm soll es am Sonntag und Montag auch wieder werden. Weitere Niederschläge sind vorhergesagt, die dann als Regen niedergehen würden. Helfer befürchten dann ein Flut- und Schlammchaos.