Proteste nach Ferguson-Urteil weiten sich aus

Welt / 26.11.2014 • 22:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit der Entscheidung, dass der Polizist Darren Wilson (kl. Bild) nicht angeklagt wird, gibt es Proteste in Ferguson und anderen US-Städten. Fotos: Reuters, Ap
Seit der Entscheidung, dass der Polizist Darren Wilson (kl. Bild) nicht angeklagt wird, gibt es Proteste in Ferguson und anderen US-Städten. Fotos: Reuters, Ap

Wut über Jury-Entscheid in Ferguson treibt immer mehr US-Bürger auf die Straße.

Ferguson. Die Proteste gegen die Straffreiheit für den weißen Todesschützen von Ferguson haben sich auf mindestens 170 Städte in den USA ausgedehnt. Von New York über Los Angeles bis San Francisco gingen in der Nacht zum Mittwoch Menschen auf die Straße, wie amerikanische Medien berichten. Allerdings handelte es sich überwiegend nur um kleinere Demonstrationen, zu denen sich jeweils Hunderte Menschen versammelten.

Sie demonstrierten gegen die als rassistisch kritisierte Entscheidung einer Geschworenenjury, kein Gerichtsverfahren gegen den weißen Polizisten Darren Wilson zu eröffnen, der den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown erschossen hatte.

Gewalt ebbte ab

In vielen Städten legten die Demonstranten den Verkehr lahm, wie die Zeitung „USA Today“ berichtete. Zu so schweren Krawallen wie in der Nacht zuvor in Ferguson im Bundesstaat Missouri kam es jedoch nicht. Dort ebbte die Gewalt ab. Rund 2000 Nationalgardisten sicherten den Vorort der Metropole St. Louis, drei Mal so viele wie am Montag. Beamte riegelten die Straßenzüge, in denen es zu Plünderungen gekommen war, ab. „Insgesamt war es eine viel bessere Nacht“, sagte Polizeichef Jon Belmar.

Rechtliches Nachspiel offen

Der Polizist Darren Wilson hatte Brown Anfang August mit mehreren Schüssen niedergestreckt, weil er sich bedroht fühlte. Trotz der Jury-Entscheidung kann der Fall weiter ein rechtliches Nachspiel haben. Justizminister Eric Holder erklärte, auf Bundesebene werde wegen des Todes des 18-jährigen Brown sowie wegen des Verhaltens der Polizei bei den folgenden Unruhen noch ermittelt.

Der Todesschütze Wilson erklärte am Dienstag, er bedauere den Tod Browns, würde aber erneut so handeln. Er habe um sein Leben gefürchtet und nur seine Arbeit getan, sagte er dem TV-Sender ABC. Er habe ein reines Gewissen.