Hunderttausende auf der Flucht vor „Hagupit“

Welt / 05.12.2014 • 22:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Taifun soll heute, Samstag, den Inselstaat erreichen. Auch Manila in Bereitschaft.

Manila. Der Taifun „Hagupit“ könnte am Wochenende einen weitaus größeren Teil der Philippinen gefährden als bislang angenommen. Einer Prognose zufolge könnte der Sturm am Samstagabend das Zentrum des Landes erreichen und in Richtung der Hauptstadt Manila ziehen, in der mehr als zwölf Millionen Menschen leben. Die Wetterbehörde der Philippinen meldete am Freitag Windgeschwindigkeiten von 195 Stundenkilometern und Böen mit einer Geschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde. Allerdings verliere der Sturm an Stärke.

Das Zentrum der Philippinen war vor einem Jahr durch den Taifun „Haiyan“ verwüstet worden. Mehr als 7300 Menschen wurden getötet oder gelten noch als vermisst. Durch „Hagupit“ sind nach Behördenangaben mindestens 47 der 81 Provinzen des Landes potenziell hochgefährdet. Der Sturm wird voraussichtlich am Samstag in der im Osten gelegenen Provinz Samar auf Land treffen und anschließend einen nördlichen Kurs über zentralgelegene Inseln hinweg einnehmen. Doch wie es danach weitergeht, ist strittig. Computermodelle von zwei Behörden, die den Taifun genau verfolgen, wiesen verschienene Kurse für „Hagupit“ auf. So rechnete das Taifun-Warnzentrum des US-Militärs auf Hawaii damit, dass der Sturm in nördlicher Richtung über den südlichen Rand der Hauptstadt Manila hinwegziehen könnte. Die philippinische Wetterbehörde hingegen sagte einen südlicheren Kurs voraus.

Wegen des herannahenden Taifuns wurden Inlandsflüge abgesagt und der Fährverkehr ausgesetzt. In Tacloban und in entlegenen Provinzen wurden Hunderttausende Bewohner in Notunterkünfte verlegt. Auch Manila machte für den Sturm bereit. „Wir haben die Bevölkerung alarmiert“, sagte Bürgermeister Joseph Estrada. Rettungsmannschaften wurden in Alarmbereitschaft versetzt.