Ein schwarzer Tag: Fünf Jahre nach der Ölpest

Welt / 19.04.2015 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor fünf Jahren führte eine Gasexplosion auf der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ zur schwersten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. AP
Vor fünf Jahren führte eine Gasexplosion auf der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ zur schwersten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. AP

Zum fünften Mal jährt sich heute die Ölkatastrophe der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“.

new orleans. Elf Tote, ein wochenlanges PR-Desaster und ein Ölteppich von der Größe Jamaikas: Die Explosion der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war beispiellos. Fünf Jahre später liegen immer noch Teer-Klumpen an Louisianas Küste, und das Ausmaß der Katastrophe bleibt unklar.

Noch vor ein paar Jahren herrschte bei der „P & J­ Oyster Company“ schon frühmorgens Hochbetrieb: Kühltrucks rollten vor die Verladezone in der Toulouse Street, säckeweise kippten Mitarbeiter frisch gefangene Austern zur Weiterverarbeitung auf die Stahltische. Heute steht in der Halle ein einziger Mann und knackt schweigend ein Häufchen der grüngrauen Muscheln. Al Sanseri, der Inhaber des seit fünf Generationen bestehenden Familienbetriebs, erzählt vom Ereignis, das ihn und sein Geschäft aus der Bahn werfen sollte: die Explosion auf der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010.

Kilometerweit waren in jener Nacht die Flammen zu sehen, als sich auf der schwimmenden Bohrplattform Gas entzündete und nach einer Explosion einen Großbrand auslöste. Für die  Mitarbeiter des britischen Ölkonzerns BP, der Schweizer Bohrfirma Transocean und einigen anderen Unternehmen begann ein Kampf ums Überleben. 36 Stunden brannte „Deepwater Horizon“, ehe sich die Metallkonstruktion unter der immensen Hitze verbog und im Meer versank. Die Körper der elf Vermissten wurden nie gefunden; ihr Tod wurde zum tragischen Vorboten dessen, was sich als schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA herausstellen sollte.

Was in den Wochen darauf folgte, waren Bilder verschmierter Vögel und Fische, ein Ölteppich von der Größe Jamaikas und 1000 Kilometer schmutzverklebte Küste. Wie viel Rohöl tatsächlich in den Golf von Mexiko sprudelte, darüber streiten sich BP und die US-Regierung bis heute. Bis die Folgen der Ölpest für Umwelt, Tourismus und Fischerei bekannt sind, dürften noch Jahre vergehen.