Schäden in Nepal größer als bisher angenommen

Welt / 07.05.2015 • 22:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tausende Menschen haben gemeinsam für die Bebenopfer gebetet und Blumen niedergelegt.  Foto: EPA
Tausende Menschen haben gemeinsam für die Bebenopfer gebetet und Blumen niedergelegt. Foto: EPA

Bei dem verheerenden Erdbeben sind fast eine halbe Million Häuser zerstört oder beschädigt worden.

Kathmandu. Bei dem verheerenden Erdbeben sind in Nepal wohl doppelt so viele Häuser zerstört worden wie zunächst gedacht. Rund 256.000 Häuser seien kaputt, teilte das UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) mit. Weitere 213.000 Häuser seien schwer beschädigt. Vor allem die Stein- und Lehmhäuser in den Bergen hätten dem Beben der Stärke 7,8 nicht standgehalten.

Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef sind derzeit fast eine Million Kinder vom Schulbesuch abgeschnitten. Fast 24.000 Klassenzimmer seien zerstört oder schwer beschädigt, teilte Unicef am Donnerstag mit. Die Zahl der beschädigten Schulen gehe möglicherweise noch in die Höhe, da die Situation in abgelegenen Dörfern noch nicht wirklich bekannt sei.

Viele Dörfer abgeschnitten

Die Lage in den entlegenen Bergdörfern ist immer noch dramatisch. „Die Dörfer sind teilweise von der Umwelt abgeschnitten und können nur mit dem Helikopter erreicht werden“, sagte die österreichische Notfallsanitäterin Miriam Kaundert, die als Teil einer Soforthilfe der Johanniter-Auslandshilfe in dem Gebiet unterwegs war. Kaundert zeichnete das gleiche Bild wie andere Helfer: In Kathmandu hat sich die Lage inzwischen gebessert, in den abgelegenen Dörfern herrscht weiterhin große Not. „In manchen Dörfern sind sämtliche Häuser eingestürzt.“ Das vordringlichste Problem sind weiterhin die fehlenden Behausungen für die Opfer. Auch Nahrungsmittel und Trinkwasser fehlen in manchen Regionen.
Bislang wurden nach offiziellen Angaben rund 18.000 Tonnen Lebensmittel verteilt. Journalisten berichten aber, dass viele Hilfslieferungen an den Flughäfen lägen, weil es zu wenige Helikopter und zu wenige bergerfahrene Piloten gebe, um die Lieferungen zu verteilen.

Nepal betet für Opfer

Zum Ende einer 13-tägigen Trauerzeit haben am Donnerstag Tausende Nepalesen gemeinsam für die Erdbeben-opfer gebetet und Blumen an Tempeln niedergelegt. Im Hinduismus ist der 13. Tag nach dem Tod besonders wichtig, weil dann dem Glauben zufolge die vom Körper gelöste Seele den Himmel erreicht. Damit enden die Trauerrituale, und die Angehörigen des Toten nehmen wieder am alltäglichen Leben teil. Bei dem Himalaya-Erdbeben am Samstag vor fast zwei Wochen starben nach Angaben vom Donnerstag mindestens 7800 Menschen, 7700 davon in Nepal.