Schonfrist für das Great Barrier Reef

Welt / 29.05.2015 • 22:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Paris. Die UNESCO will das bedrohte australische Great Barrier Reef vorerst nicht auf seine rote Liste für gefährdetes Welterbe setzen. Diese Empfehlung gab die UN-Kulturorganisation am Freitag in Paris für die Sitzung des Welterbekomitees Ende Juni in Bonn. Gleichzeitig muss die australische Regierung aber bis Ende 2016 einen neuen Bericht vorlegen. Das weltberühmte Riff ist seit Jahren von Korallenschwund, sinkender Wasserqualität und Hafenausbau bedroht.

UNESCO-intern wurden die Formulierungen mit Vorgaben für den Erhalt des Great Barrier Reefs als „sehr deutliche Worte“ bewertet. Die Welterbe-Schützer setzen auf die Umsetzung eines bis 2050 konzipierten Langzeitplans. Dieser müsse nun in konkreten Regelungen umgesetzt werden. Dazu rechnet die UNESCO etwa die Beschränkung der Hafenentwicklung oder die Entsorgung von Baggergut. Zur Verbesserung der Wasserqualität soll die Verschmutzung bis 2025 um 80 Prozent reduziert werden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht in der UNESCO-Empfehlung einen Warnschuss. „Das Welterbe-Komitee zeigt der australischen Regierung die rote Karte und behält sie im Auge.“

Der Umweltschutzverband WWF rechnet damit, dass zum Schutz Investitionen von mindestens 350 Millionen Euro notwendig sind.