Mörder bohren sich Weg aus dem Gefängnis

Welt / 07.06.2015 • 22:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die beiden verurteilten Mörder haben sich unbemerkt von den Wärtern mit Elektrowerkzeugen den Weg in die Freiheit gebahnt. foto: epa
Die beiden verurteilten Mörder haben sich unbemerkt von den Wärtern mit Elektrowerkzeugen den Weg in die Freiheit gebahnt. foto: epa

Die beiden Männer entkamen durch Tunnel aus einem Hochsicherheitsgefängnis.

New York. Es ist eine Flucht wie aus einem Hollywood-Drehbuch: Mit Elektrowerkzeugen haben sich zwei verurteilte Mörder in einem US-Hochsicherheitsgefängnis den Weg ins Freie gebohrt und geschnitten. Im Bett ihrer Zellen legten sie Sweatshirts so hin, als wären sie da und würden schlafen. Die beiden 48 und 34 Jahre alten Männer ließen sogar eine Botschaft zurück: Einen Zettel mit einem frech aussehenden Smiley und der Zeile: „Habt einen schönen Tag.“

Wie die „New York Times“ unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, entdeckten Wärter die Flucht am frühen Samstagmorgen, nachdem das Fehlen der Gefangenen während mehrerer nächtlicher Rundgänge nicht bemerkt worden war. Ihre Zellen lagen nebeneinander. Die Männer hätten ein Loch durch die Stahlwand an der Rückseite ihrer Zellen gebohrt und sich dann den Weg durch einen Kanalschacht und ein Gewirr von Leitungsrohren und Tunneln gebahnt. Schließlich seien sie durch einen Gully-Deckel auf einer Straße ins Freie geklettert.

Nach den Flüchtigen wurde am Sonntag noch mit einem Großaufgebot von mehreren Hundert Polizisten gefahndet. Unterstützt wurden sie von Hubschraubern und Spürhunden. Die Polizei warnte, die Männer seien extrem gefährlich. Die Häftlinge verbüßten in der Clinton Correction Facility in Dannemora (Bundesstaat New York) lebenslange Haftstrafen. Der eine hatte einen Mann zu Tode geprügelt, der andere einen Polizisten erschossen.

Wie die Häftlinge an die Werkzeuge kamen, blieb zunächst ein Rätsel. Der Polizei zufolge stammten diese nicht aus dem Gefängnisarsenal. Es werde nun untersucht, ob die Häftlinge während Bauarbeiten an der Haftanstalt an sie herangekommen seien. Der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, der sich vor Ort über den Fluchtweg informierte, sprach von einer „außergewöhnlichen Operation“ der beiden Männer. Er postete ein Foto auf Twitter, das ein großes Loch in der Wand der Zellen zeigt.

epa04786677 New York State Police handout composite image showing convicted murderers David Sweat (L) and Richard Matt (R) who escaped from the maximum security Clinton Correctional Facility in Dannemora, New York, USA, 06 June 2015. Sweat was convicted of first-degree murder for the killing of a sheriff's deputy in 2002 and Matt was convicted of murder and kidnapping for beating a man to death in 1997. EPA/NEW YORK STATE POLICE / HANDOUT EDITORIAL USE ONLY
epa04786677 New York State Police handout composite image showing convicted murderers David Sweat (L) and Richard Matt (R) who escaped from the maximum security Clinton Correctional Facility in Dannemora, New York, USA, 06 June 2015. Sweat was convicted of first-degree murder for the killing of a sheriff’s deputy in 2002 and Matt was convicted of murder and kidnapping for beating a man to death in 1997. EPA/NEW YORK STATE POLICE / HANDOUT EDITORIAL USE ONLY
epa04786677 New York State Police handout composite image showing convicted murderers David Sweat (L) and Richard Matt (R) who escaped from the maximum security Clinton Correctional Facility in Dannemora, New York, USA, 06 June 2015. Sweat was convicted of first-degree murder for the killing of a sheriff's deputy in 2002 and Matt was convicted of murder and kidnapping for beating a man to death in 1997. EPA/NEW YORK STATE POLICE / HANDOUT EDITORIAL USE ONLY
epa04786677 New York State Police handout composite image showing convicted murderers David Sweat (L) and Richard Matt (R) who escaped from the maximum security Clinton Correctional Facility in Dannemora, New York, USA, 06 June 2015. Sweat was convicted of first-degree murder for the killing of a sheriff’s deputy in 2002 and Matt was convicted of murder and kidnapping for beating a man to death in 1997. EPA/NEW YORK STATE POLICE / HANDOUT EDITORIAL USE ONLY