Dschihadisten stehen in Krems vor Gericht

Welt / 21.07.2015 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

krems. Ein im Jänner begonnener Prozess gegen einen mutmaßlichen Dschihadisten ging am Dienstag am Landesgericht Krems in eine weitere Runde. Parallel dazu musste sich in einem anderen Saal ein 18-Jähriger, der laut Anklage via Facebook Botschaften der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) verbreitet hatte, ebenfalls wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Er wurde wegen Gutheißung terroristischer Straftaten zu zehn Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt.

Der 30-jährige tschetschenische Asylwerber hatte sich eingangs nicht schuldig bekannt. Er war Ende 2013 aus Syrien nach Österreich gekommen und wurde 2014 im Waldviertel festgenommen. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Vorwürfe auf Tausende sichergestellte Dateien. Bei der Verhandlung am Dienstag wurden vier Zeugen befragt, teilweise via Dolmetscher für Tscheschenisch und per Videokonferenz. Drei Männer, die mit dem 30-Jährigen an die syrische Grenze gereist waren, gaben durchweg an, dass es ihnen und dem Beschuldigten darum gegangen sei, Flüchtlingen zu helfen. Auch die Mutter eines Zeugen wurde befragt: An ein Treffen mit dem 30-Jährigen, der ihren Sohn in ihrem Auftrag aus Syrien zurückbringen sollte, kann sie sich nicht erinnern. Ein Urteil erging gestern Dienstag nicht mehr.