88 Tote bei Explosion in indischem Restaurant

Welt / 13.09.2015 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der zweistöckige Bau stürzte in sich zusammen. Auch drei benachbarte Gebäude wurden zerstört.  Foto: epa
Der zweistöckige Bau stürzte in sich zusammen. Auch drei benachbarte Gebäude wurden zerstört.  Foto: epa

Die meisten von ihnen saßen beim Frühstück, als illegal gelagerter Sprengstoff in die Luft ging.

Neu Delhi. Nach einer Explosion mit mindestens 88 Toten in einem Restaurant in Indien fahndet die Polizei nach einem Mann, der in dem Gebäude illegal Sprengstoff gelagert haben soll. Das Unglück ereignete sich Samstagfrüh in Petlawad im Bundesstaat Madhya Pradesh, als zahlreiche Schulkinder und Büroangestellte in dem Restaurant frühstückten und Dutzende Arbeiter an einer nahen Bushaltestelle warteten.

Bis Sonntag wurden 88 Todesopfer bestätigt, die tatsächliche Opferzahl könne aber bei knapp 100 liegen, sagte Polizeisprecherin Seema Alava. Etwa einhundert weitere Menschen wurden verletzt.

Nachdem die Polizei zunächst von einer explodierenden Gasflasche als Unglücksursache ausgegangen war, stieß sie bei den Ermittlungen auf illegal in dem Gebäude gelagerten Sprengstoff. Dieser habe sich durch extreme Hitze entzündet, sagte Alava.

Kritik an Behörden

Die Behörden fahnden nach einem Unternehmer, der in dem Haus ohne Erlaubnis Sprengstoff, Zünder und anderes beim Brunnenbau verwendetes Material gelagert hatte. Gegen ihn wird wegen Totschlags und illegalen Sprengstoffbesitzes ermittelt.
Anrainer klagten, sie hätten sich bereits in der Vergangenheit über das Sprengstofflager mitten in einem Wohngebiet beschwert. Die Behörden hätten jedoch nicht reagiert.

Die Wucht der Explosion war so heftig, dass das zweistöckige Gebäude, in dem sich das Restaurant sowie Wohnungen befanden, einstürzte. Auch drei benachbarte Gebäude wurden zerstört. Von Autos und Motorrädern vor dem Gebäude waren nur noch Metallreste übrig. „Ich hörte die Explosionen und rannte zu der Unglücksstelle. Staub hing in der Luft. Überall lagen Leichen. Ein Mädchen weinte und wurde gerettet“, sagte der Augenzeuge Babu Lal der Nachrichtenagentur IANS.