Mexikaner erinnern an verschleppte Studenten

27.09.2015 • 20:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Lebend habt ihr sie uns genommen und lebend wollen wir sie zurück“ riefen die Demonstranten. Foto: ap
„Lebend habt ihr sie uns genommen und lebend wollen wir sie zurück“ riefen die Demonstranten. Foto: ap

Mit einem Massenprotest erinnern die Mexikaner an die vor einem Jahr entführten Studenten.

mexiko. Am Jahrestag des Verschwindens (26. September) und der mutmaßlichen Ermordung der jungen Männer forderten ihre Eltern und Tausende Menschen in den Straßen von Mexiko-Stadt Aufklärung über die Tat. „Der Kampf geht weiter“, riefen sie. Die Opfer gelten offiziell noch als vermisst.

„Lebend habt ihr sie uns genommen, lebend wollen wir sie zurück“, forderten die Demonstranten. Seit einem Jahr fordern sie mit dieser Losung Gewissheit über das Schicksal der Opfer. Viele trugen Bilder der Verschwundenen und symbolisch schwarz gefärbte Nationalflaggen. Der Protestzug startete am Samstag vor dem Präsidentenpalast Los Pinos und zog zum zentral gelegenen Zócalo-Platz weiter. Laut offiziellen Angaben gingen etwa 15.000 Menschen auf die Straße. Am Rande kam es vereinzelt zu Zwischenfällen. Auch in den Bundesstaaten Guerrero, Oaxaca, Chiapas und Michoacán gab es Proteste.

Präsident Enrique Peña Nieto versicherte, dass die Ermittlungen fortgesetzt würden. Seine Regierung sei der Wahrheit und der Gerechtigkeit verpflichtet, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Familienangehörigen weisen die offizielle Version der Tat zurück und fordern weitere Untersuchungen. Am 26. September 2014 hatten Polizisten die 43 jungen Menschen in der Stadt Iguala im südwestlichen Bundesstaat Guerrero verschleppt und sie der kriminellen Organisation Guerreros Unidos übergeben.

Nach dem ersten Stand der Ermittlungen hatte der Bürgermeister von Iguala den Polizeieinsatz angeordnet, um zu verhindern, dass die Studenten eine Rede seiner Ehefrau störten. Bislang lautete die offizielle Version, Bandenmitglieder hätten die Studenten danach getötet und ihre Leichen verbrannt.

Zuletzt hatte eine unabhängige Expertengruppe auch Zweifel an dieser Version geäußert. „Wir wissen, dass sie am Leben sind“, riefen die Demonstranten am Samstag wütend.