„Prestige“-Unglück erneut vor Gericht

Welt / 29.09.2015 • 22:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Nach dem Untergang des mit 77.000 t Schweröl beladenen Tankers waren 1600 Kilometer Küste mit Ölschlamm verseucht worden.  Foto: Reuters
Nach dem Untergang des mit 77.000 t Schweröl beladenen Tankers waren 1600 Kilometer Küste mit Ölschlamm verseucht worden. Foto: Reuters

Madrid. Fast 13 Jahre nach dem Untergang des Öltankers „Prestige“ vor der Nordwestküste Spaniens hat in Madrid ein Berufungsprozess um die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes begonnen. Die Staatsanwaltschaft stellte am Dienstag vor dem Obersten Gerichtshof den Antrag, die Freisprüche der ersten Instanz aufzuheben. Ein Gericht in La Coruña hatte vor knapp zwei Jahren entschieden, dass für das Unglück im November 2002 niemand strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden könne. Es sprach die drei Angeklagten – den griechischen Tankerkapitän, den ebenfalls aus Griechenland stammenden Maschinisten und den damaligen Chef der spanischen Hafenbehörde – im Zusammenhang mit der Katastrophe frei. Lediglich der Kapitän wurde zu neun Monaten Haft verurteilt, weil dieser damals den Anordnungen der spanischen Behörden nicht Folge geleistet hatte.