Rekordfund von 300 Kilo Kokain am Rhein

Welt / 29.09.2015 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Rauschgift war in 283 Paketen verpackt, die jeweils etwas mehr als ein Kilogramm wogen. Foto: LKA
Das Rauschgift war in 283 Paketen verpackt, die jeweils etwas mehr als ein Kilogramm wogen. Foto: LKA

Arbeiter entdeckten das Rauschgift zwischen Motorteilen in einem Frachtcontainer.

Wörth, Mainz. Kokain zwischen Bananen, Kokain zwischen Motorteilen: Schmuggler sind findig, wenn sie Drogen ins Land bringen wollen. Manchmal holen sie das Rauschgift aber nicht rechtzeitig ab, dann fliegt alles auf. So geschehen im pfälzischen Wörth am Rhein, wo 300 Kilo Kokain mit einem geschätzten Straßenverkaufswert bis zu 90 Millionen Euro entdeckt wurden.

Mitarbeiter eines Logistikunternehmens fanden die Drogen, als sie einen mit Motorteilen beladenen Seefrachtcontainer aus Brasilien entluden. Es sei der größte Kokainfund in Rheinland-Pfalz der vergangenen 20 Jahre, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) am Dienstag. Das auf neun Sporttaschen verteilte Rauschgift wurde nach Einschätzung der Ermittler vermutlich bereits in Brasilien in den Container geschmuggelt, der per Schiff via Antwerpen nach Wörth kam. „Vermutlich ist es den Tätern nicht gelungen, das Kokain im Hafen von Antwerpen zu bergen, bevor der Container weiter nach Wörth transportiert wurde“, teilte das LKA mit.

Das Rauschgift war in 283 Paketen verpackt, die jeweils etwas mehr als ein Kilogramm wogen und auf die Sporttaschen verteilt waren. Wenn es grammweise auf dem illegalen Markt verkauft worden wäre, hätten sich damit nach Angaben der Sprecherin bis zu 22,5 Millionen Euro erlösen lassen. „Wenn man davon ausgeht, dass es zweimal gestreckt und dann verkauft worden wäre, wäre sogar ein Umsatz von bis zu 90 Millionen Euro möglich gewesen.“

Gern schmuggeln die Täter die Drogen in Lebensmittel-kisten nach Europa. Seit 2010 hätten Fahnder in 27 Fällen Kokain zwischen Bananen und anderen Südfrüchten entdeckt – insgesamt 2542 Kilo, berichtete der „Spiegel“ im August dieses Jahres. Im saarländischen Völklingen fanden im März Mitarbeiter eines Obst- und Gemüsemarkts in Bananenkisten mehr als 300 Kilo Kokain – die größte bisher im Saarland entdeckte Menge.