Cyberkriminelle werden zunehmend aggressiver

30.09.2015 • 20:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Fälle von Cyber-Attacken nehmen in Europa zu. Experten beraten über wirksame Strategien gegen die Internetkriminalität.  Foto: AP
Die Fälle von Cyber-Attacken nehmen in Europa zu. Experten beraten über wirksame Strategien gegen die Internetkriminalität.  Foto: AP

Cybercrime wird nach Angaben von Europol immer mehr zu einer Bedrohung in Europa.

Den Haag. Cyberkriminelle werden immer aggressiver und bedrohlicher, warnt die Polizeiorganisation Europol zum Auftakt einer internationalen Expertenkonferenz in ihrem am Mittwoch in Den Haag veröffentlichten Bericht zum organisierten Verbrechen. Unternehmen erlitten dadurch Schäden in Milliardenhöhe. Aber zunehmend treffe es auch Privatleute.

„Wachstumsindustrie“

Vor allem Fälle von Erpressung im Internet nähmen erschreckend zu, sagte die europäische Polizeibehörde. Immer mehr Bürger und Betriebe in Europa würden Opfer von Hackerattacken. „Cybercrime ist eine Wachstumsindustrie“, heißt es in dem Bericht über organisiertes Verbrechen.

Verbrechen im und über das Internet würden zu einer zunehmenden Bedrohung für Europa, warnen die Ermittler. Kriminelle infizieren Datenbestände, kontrollieren sie oder stehlen in großem Stil Daten. Sie missbrauchten das Internet für Betrug, Diebstahl, Erpressung, Geldwäsche oder Kinderpornografie. Das Internet hat auch längst seine eigene Unterwelt, das sogenannte Darknet (wörtlich übersetzt: dunkles Netz).

Hinter den Angriffen auf Computer und dem Daten-Diebstahl bei Unternehmen, Behörden oder Privatleuten stünden oft organisierte Verbrecherbanden. Diese kauften sich im Internet die Dienste professioneller Hacker. Gerade Europa sei wegen seiner entwickelten digitalen Infrastruktur und wegen des wachsenden Handels übers Internet besonders gefährdet, betont Europol. Immer mehr Apparate wie Handys, Tablets, TV oder Autos sind mit dem Internet verbunden.

Die internationalen Ermittler arbeiten im Kampf gegen Cybercrime zusammen, aber auch zunehmend mit Sicherheitsexperten der Internetunternehmen wie Google oder Microsoft sowie dem Finanzsektor. Behörden, Unternehmen und Computerindustrie müssen aber mehr für den digitalen Schutz tun – Europol spricht von „digitaler Hygiene“.