Hochwasser kostet 17 Menschen das Leben

Welt / 04.10.2015 • 22:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Cannes waren die Straßen zeitweise unpassierbar. Die Wassermassen haben Straßen zerstört und Autos weggespült.  Foto: Reuters
In Cannes waren die Straßen zeitweise unpassierbar. Die Wassermassen haben Straßen zerstört und Autos weggespült.  Foto: Reuters

An der Côte-d’Azur führen heftige Unwetter zu dramatischen Szenen.

Cannes. Plötzliche Regengüsse und Überschwemmungen haben an der Côte d’Azur in Südfrankreich mindestens 16 Menschen in den Tod gerissen. Drei weitere würden noch vermisst, teilte Präsident François Hollande am Sonntag mit. Gebäude, Straßen und Bahnstrecken wurden überschwemmt und der Verkehr an der Küste lahm- gelegt. Rund 27.000 Haushalte hatten keinen Strom. Binnen zwei Stunden fiel nach Medienberichten so viel Regen wie sonst in zwei Monaten.

Hollande warnte die Bewohner der Region vor neuen Unwettern – es seien weitere Regenfälle angekündigt. Die Lage auf vielen Straßen sei noch sehr gefährlich, sagte der Staatschef. Ebenso wie zuvor schon Premierminister Manuel Valls sicherte Hollande rasche Hilfe zu.

Der Präfektur in Alpes-Maritimes zufolge waren mehr als 500 Rettungskräfte im Einsatz. Im kleinen Ort Mandelieu-la-Napoule an der Côte-d’Azur starben allein fünf Menschen. Sie kamen wahrscheinlich dabei ums Leben, als sie ihre Autos in Sicherheit bringen wollten.

Drei Menschen wurden in Vallauris Golfe-Juan bei Cannes tot in einem Auto gefunden. Sie versuchten, einen überfluteten Tunnel zu passieren. In Biot ertranken drei Menschen in einem Altersheim, eine Frau starb auf einem Parkplatz in Cannes. In Antibes kam ein Mensch auf einem Campingplatz ums Leben. Wie die übrigen Opfer zu Tode kamen, blieb zunächst offen.

Viele Nebenstrecken waren überflutet. In Bahnhöfen steckten Züge fest, weil Strecken blockiert waren. Fahrgäste wurden für die Nacht mit Lebensmitteln und Decken versorgt. Mehrere überflutete Campingplätze mussten evakuiert werden. Einige Camper wurden dabei mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Wohnmobile in Sicherheit gebracht.

Auch in den großen Städten Cannes und Nizza waren viele Straßen zeitweise unpassierbar. Nizzas berühmte Uferstraße Promenade des Anglais stand ebenfalls unter Wasser. Einige Fahrzeuge wurden ins Meer gespült.