Die Killer der Camorra werden immer jünger

Welt / 05.10.2015 • 22:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Neapel. Bei der Camorra, der im Raum Neapel verbreiteten Form der italienischen Mafia, haben nach Einschätzung von Experten zunehmend sehr junge Täter das Sagen. In den vergangenen Monaten hatten wieder blutige Bandenkriege zahlreiche Opfer gefordert. Nach Einschätzung von Ermittlern und Bürgerbewegungen ist der Aufstieg der als besonders gewaltbereit und unberechenbar geltenden jungen Garde eine Folge der Verhaftung der meisten älteren Camorra-Bosse. Jetzt kämpfen die „Baby-Gangs“ um Macht und Einflusszonen.

Im Jahresbericht der italienischen Anti-Mafia-Direktion heißt es, dass die Camorra zwar nicht die Macht der sizilianischen Cosa Nostra oder der kalabrischen ‚Ndrangheta habe. Eine besondere Gefahr für die öffentliche Ordnung gehe aber von diesen neuen, jungen Protagonisten aus.

Neues Phänomen

Für den Chef der italienischen Antikorruptionsbehörde, Raffaele Cantone, ist es ein neues Phänomen, dass Jugendliche in die Führungsspitze der Clans aufgestiegen sind. „Es handelt sich um wenig bekannte Jungs, und das ist ein Zeichen für die große Fähigkeit der kriminellen Organisationen, sich zu erneuern“, sagt Cantone. Innenminister Angelino Alfano versprach mehr Videoüberwachung an und 200 zusätzliche Polizisten.