Wirksame Stoffe gegen Parasiten-Krankheiten

Welt / 05.10.2015 • 22:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Nobel-Versammlung am Karolinska-Institut in Stockholm gab am Montag die Preisträger bekannt. Foto: Reuters
Die Nobel-Versammlung am Karolinska-Institut in Stockholm gab am Montag die Preisträger bekannt. Foto: Reuters

Erstmals geht der Medizin-Nobelpreis auch an eine Wissenschafterin aus China. 

Stockholm. Ihre Entdeckungen können Hunderten Millionen von an Malaria und anderen gefährlichen Infektionen erkrankten Menschen helfen: Dafür erhalten drei Wissenschafter aus Irland, Japan und China in diesem Jahr den Medizin-Nobelpreis. Die Chinesin Tu Youyou wird für ihre Malariaforschung geehrt, wie die Nobel-Versammlung am Karolinska-Institut in Stockholm am Montag mitteilte. Sie teilt sich den mit acht Millionen Schwedischen Kronen (855.000 Euro) dotierten Preis mit dem Iren William Campbell und dem Japaner Satoshi Omura.

Der 85-jährige Campbell und der 80-jährige Omura entdeckten eine Medizin, die dazu beiträgt, das Auftreten von Flussblindheit und von lymphatischer Filariose zu verringern – beide Krankheiten werden durch die Spulwürmer ausgelöst. Die 84-jährige Tu, die als erste Chinesin den Medizin-Nobelpreis gewinnt, fand ein Arzneimittel, das die Häufigkeit von Todesfällen bei MalariaKranken deutlich senkt.

„Die beiden Entdeckungen haben der Menschheit mächtige neue Möglichkeiten gegeben, diese belastenden Krankheiten zu bekämpfen, die jedes Jahr Hunderte Millionen von Menschen treffen“, teilte das Komitee mit. Der Preis wird am 10. Dezember, dem Todestag von Stifter Alfred Nobel, in Stockholm verliehen.

500.000 Tote

Malaria wird durch Mücken übertragen. Jährlich sterben rund 500.000 Menschen an der Krankheit. Die Flussblindheit ist eine Augen- und Hautkrankheit, die letztendlich zu vollständiger Erblindung führt. Rund 90 Prozent aller Fälle wurden laut WHO in Afrika registriert. Die lymphatische Filariose kann zu einer Schwellung der Glieder und Genitalien führen. Der WHO zufolge sind 120 Millionen Menschen vor allem in Afrika und Asien damit infiziert. Die Nobelpreise werden jährlich für herausragende Leistungen in der Medizin, Physik, Chemie, Literatur und für den Frieden vergeben.