Chemie-Nobelpreis für drei Erbgut-Forscher

Welt / 07.10.2015 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar hätten fundamentale Erkenntnisse etwa für die Suche nach Krebsmedikamenten geliefert. epa
Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar hätten fundamentale Erkenntnisse etwa für die Suche nach Krebsmedikamenten geliefert. epa

Stockholm. Für ihre Forschung zur Reparatur von Erbgut erhalten drei Wissenschaftler aus Schweden, den USA und der Türkei den diesjährigen Nobelpreis für Chemie. Die Arbeit der drei Preisträger Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar habe „grundlegende Kenntnisse darüber geliefert, wie eine lebende Zelle funktioniert“, erklärte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm. Die Forschung könnte unter anderem zur Entwicklung neuer Krebsbehandlungen dienen, hieß es.

Wie die Akademie erklärte, war bis zu den 1970er Jahren angenommen worden, dass es sich bei der DNA um ein stabiles Molekül handele. Der Schwede Lindahl habe dann gezeigt, dass die Desoxyribonukleinsäure in schnellem Tempo zerfällt: Das Erbgut wird von UV-Strahlen der Sonne und krebserregenden Substanzen beschädigt.
Sancar, der die amerikanische und die türkische Staatsbürgerschaft hat, habe den Mechanismus entdeckt, mit dem Zellen UV-Schäden an der DNA reparieren. Der Amerikaner Modrich habe vor Augen geführt, wie die Zelle Fehler korrigiert, wenn die DNA während der Zellteilung reproduziert wird, würdigte die Akademie.

Der 77-jährige Lindahl ist emeritierter Gruppenleiter am Francis Crick Institute in Großbritannien. Modrich, Jahrgang 1946, ist Professor and der Duke University School of Medicine im US-Staat North Carolina. Der 69 Jahre alte Sancar ist Professor an der University of North Carolina School of Medicine.