Giftige Wolken machen Südostasien zu schaffen

07.10.2015 • 20:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Experten warnen, dass in diesem Jahr die Schadstoffwerte bisherige Rekorde brechen könnten.  Foto: Reuters
Experten warnen, dass in diesem Jahr die Schadstoffwerte bisherige Rekorde brechen könnten.  Foto: Reuters

Für Palmölplantagen werden in Indonesien riesige Waldflächen abgebrannt.

Jakarta. Seit Wochen entscheidet vielerorts in Südostasien der Wind über den Alltag. Weht er aus der falschen Richtung, werden Flüge gestrichen, Schulen geschlossen, Sportveranstaltungen abgesagt. Schuld daran sind die Waldbrände in Indonesien, die die ganze Region mit giftigen Rauchschwaden verpesten. Meist ist der Grund dafür Brandrodung.

Lange ertrugen Malaysia, Singapur und Thailand den alljährlich wiederkehrenden Dunst, der in den Augen brennt, die Kehle reizt und Erkrankungen der Atemwege verursacht. Inzwischen fallen deutliche Worte: „Wir alle sehen es, atmen es ein, und es gibt kein Entkommen“, schrieb Singapurs ehemaliger Premier Chok Tong auf Facebook. „Indonesien muss sich an seine Verpflichtungen halten“, betont Reuben Wong, ein Politikwissenschaftler an der Nationaluniversität Singapur. An manchen Tagen ist die Dunstglocke so schlimm, dass die schimmernden Skylines von Singapur und Kuala Lumpur im rauchigen Grau versinken. Mehr als 7000 Schulen auf der Malaiischen Halbinsel wurden am Montag und Dienstag geschlossen, rund vier Millionen Schüler mussten zu Hause bleiben.

Wissenschaftler warnen, die Luftverschmutzung könnte dieses Jahr noch schlimmer werden als 1997. Damals erreichten die Schadstoffwerte Rekordstände.

Nach Auskunft des Indonesischen Institutes für Luft- und Raumfahrt brennen insgesamt 1687 Feuer auf der Insel Sumatra und in der Provinz Kalimantan: Sumatra liegt parallel zur westlichen Küste Malaysias und gegenüber von Singapur, Kalimantan grenzt auf der Insel Borneo an die malaysischen Bundesstaaten Sarawak and Sabah. Manchmal trägt der Wind den Rauch auch weit nach Norden über Malaysia bis in den Süden Thailands.

Die Schuldigen sind bekannt: Alljährlich brennen große Konzerne Wälder ab, um den Moorboden für Papierzellstoff- und Palmölplantagen zu nutzen. Im vergangenen Jahr erzielten Ölpalmen in Indonesien Erträge von umgerechnet 16,5 Milliarden Euro.