Todeskandidat wurde falsches Mittel injiziert

Welt / 09.10.2015 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Oklahoma City. Erneut hat eine Hinrichtung in den USA schwere Zweifel am Exekutionsverfahren und an der Strafe als solcher ausgelöst. Bei der Tötung von Charles Warner im Bundesstaat Oklahoma im Jänner durch eine Giftinjektion wurde ein falsches Mittel beigemischt, wie aus dem jetzt veröffentlichten Obduktionsbericht hervorgeht. Statt Kaliumchlorid sei Kaliumacetat verwendet worden.
Warner wurde 18 Minuten nach Verabreichung der Giftmischung für tot erklärt. Zwar berichteten Augenzeugen, der Verurteilte habe äußerlich keine Anzeichen körperlichen Leidens gezeigt; allerdings äußerte er während des Todeskampfs mehrfach: „Mein Körper brennt.“ Laut einer Studie des Fachmagazins „Science“ können bestimmte Kalium-Derivate Verätzungs- oder Verbrennungsempfindungen auslösen. Laut dem Bericht trugen die Spritzen, die bei Warners Hinrichtung zum Einsatz kamen, zwar das Etikett „Kaliumchlorid“; die Box mit den Fläschchen zum Aufziehen der Spritzen war jedoch mit „Kaliumacetat“ beschriftet.

Mischungen kaum erprobt

Eine Reihe von qualvollen Hinrichtungen hat im vergangenen Jahr eine Debatte über die in den USA verwendeten Giftcocktails ausgelöst.
Die Behörden greifen auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern.