Fahrerlose Busse in Griechenland unterwegs

Welt / 11.10.2015 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Geschwindigkeit der Busse beträgt maximal 20 km/h. Mit jeweils nur zehn Sitzplätzen ist auch die Kapazität einigermaßen begrenzt.  AP
Die Geschwindigkeit der Busse beträgt maximal 20 km/h. Mit jeweils nur zehn Sitzplätzen ist auch die Kapazität einigermaßen begrenzt.  AP

Nach Testläufen kommen die Busse in Trikala erstmals auf offener Straße zum Einsatz.

Trikala. Seit gut einer Woche rollen die fahrerlosen Busse durch Trikala – nach einer Reihe von Testläufen in anderen europäischen Städten nun zum ersten Mal auf offener Straße. Die voll automatisierten Busse sind Teil eines EU-Projekts, das nicht nur die Strukturen des Personenverkehrs grundlegend verändern könnte. Ziel ist auch, die Städte innerhalb der nächsten 30 Jahre aus der Abhängigkeit von Erdöl zu befreien. Bisher waren die in Frankreich hergestellten CityMobil2-Busse nur unter streng kontrollierten Bedingungen im Einsatz. Da es dabei zu keinen Unfällen kam, werden die Fahrzeuge nun mit den Herausforderungen der Realität konfrontiert: verwinkelte, hügelige Straßen mit Radfahrern, streunenden Hunden und allen möglichen anderen Verkehrsteilnehmern, die gewiss nicht immer nach klar berechenbaren Mustern agieren. Um den Praxistest in Trikala zu ermöglichen, musste die griechische Regierung extra die Gesetze anpassen. Die Stadt ließ zudem eine separate Busspur einrichten, was entlang der Strecke zum Teil auf Kosten von Parkplätzen ging.

Von außen sehen die batteriebetriebenen Busse nicht unbedingt nach Science Fiction aus. Trotzdem fallen sie auf, wie sie surrend durch die Straßen manövrieren. Ihren Weg finden sie mit Hilfe von GPS und diversen Sensoren, einschließlich Lasern und Kameras.
„Wir haben eine Gesamtstrecke von 2,4 Kilometern“, sagt Odisseas Raptis, der in der städtischen Verwaltung für das Digitalprojekt „e-Trikala“ zuständig ist. Noch fahren die Busse ohne Passagiere. Doch im Laufe des Projekts sollen insgesamt sechs Fahrzeuge in der 80.000-Einwohnerstadt allmählich den regulären Betrieb aufnehmen. Die Elektronik der Busse läuft vollständig automatisch. Im Kontrollzentrum werden die Systeme aber überwacht. Im Fall der Fälle sei also immer ein Eingreifen aus der Ferne möglich, sagt Vasilis Karavidas, der von der französischen Herstellerfirma Robosoft ausgebildete technische Leiter des Projekts in Griechenland.