Heuer kein Bergsteiger auf dem Mount Everest

Welt / 11.10.2015 • 22:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kathmandu. Zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten wird in diesem Jahr kein Mensch den höchsten Berg der Welt erklimmen. Der letzte verbliebene Bergsteiger am Mount Everest, der Japaner Nobukazu Kuriki, hat das Basislager verlassen und sich auf den Weg in die Hauptstadt Kathmandu gemacht. Die beiden Gipfelversuche der vergangenen Wochen hätten ihn sehr geschwächt, schrieb Kuriki am Sonntag in seinem Blog. Zuletzt gab es im Jahr 1974 keinen Everest-Gipfelerfolg.

Kuriki, dem bei einem früheren Everest-Versuch neun Fingerspitzen abgefroren waren, hatte sich in diesem Herbst als einziger Bergsteiger in Richtung des 8848 Meter hohen Berges aufgemacht. Tiefer Schnee und starker Wind schlugen ihn jedes Mal zurück. Der 33-Jährige war ohne zusätzlichen Sauerstoff und am oberen Teil des Berges auch alleine unterwegs.

Ende April hatte ein Erdbeben der Stärke 7,8 den Himalaya erschüttert und rund 9000 Menschen das Leben gekostet. Der Boden galt danach als instabil, Aufstiegsrouten wurden zerstört. China schloss die Nordseite des Berges. Auf der nepalesischen Südseite riss eine vom Erdbeben ausgelöste Lawine große Teile des Everest-Basislagers davon. Deswegen sagten praktisch alle Expeditionen ihr Vorhaben ab.