Neue Widersprüche um vermisste Studenten

12.10.2015 • 20:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

mexiko-stadt. Im Fall von 43 vermissten mexikanischen Studenten hat die Generalstaatsanwaltschaft 54.000 Seiten mit Dokumenten zu den umstrittenen Ermittlungen auf ihrer Homepage veröffentlicht. Darunter ist die Aussage eines Mitglieds einer Drogenbande, demzufolge mindestens neun der Opfer an einem anderen Ort als bisher angegeben getötet wurden.

Die Studenten waren im September 2014 in Iguala im Bundesstaat Guerrero verschwunden. Nach der offiziellen Darstellung nahmen Polizisten die Studenten auf Anweisung des Bürgermeisters fest und lieferten sie an Mitglieder des Drogenkartells Guerreros Unidos aus. Laut dieser Version wurden sie von Bandenmitgliedern ermordet und auf einer Mülldeponie bei der Stadt Cocula verbrannt.

Familien und Menschenrechtsgruppen äußern Zweifel an dieser Version, auch weil es keine stichhaltigen Beweise für die Verbrennungen gibt. Laut den nun veröffentlichten Dokumenten liegen widersprüchliche Aussagen der mehr als hundert Verdächtigen vor, die festgenommen wurden. So sagte das Mitglied der Guerreros Unidos, Marco Antonio Rios Berber, dass 13 Studenten auf einen Hügel außerhalb von Iguala gebracht worden seien, wo neun getötet, teils verbrannt und in einer Grube verscharrt worden seien.