US-Indianer steigen ins Marihuana-Geschäft ein

Welt / 14.10.2015 • 22:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Projekt soll Millionen an Gewinn abwerfen und könnte auch für andere Stämme als Geschäftsmodell dienen. Foto: AP
Das Projekt soll Millionen an Gewinn abwerfen und könnte auch für andere Stämme als Geschäftsmodell dienen. Foto: AP

Die Santee-Sioux
wollen das erste
Marihuana-Resort
der USA eröffnen.

Flandreau. Sie wollen ihr eigenes Marihuana anbauen und es in einer Raucherlounge verkaufen. Einen Nachtclub, Spielautomaten und womöglich eine Musikerbühne unter freiem Himmel soll es dort auch geben. „Wir wollen einen Erwachsenen-Spielplatz“, sagt der Präsident der Santee-Sioux im US-Staat South Dakota, Anthony Reider. „Nirgendwo sonst in Amerika gibt es so etwas.“ Nach Berechnungen des Stammes könnten so bis zu zwei Millionen Dollar pro Monat eingenommen werden. Die Arbeiten für die Anbauflächen laufen bereits. Die ersten Joints sollen zu Jahresende in den Verkauf gehen.

Marihuana wurde im Juni auf dem Land der Santee-Sioux legalisiert, wenige Monate nachdem das Justizministerium eine neue Richtlinie in Kraft gesetzt hatte.

Die erlaubt es Indianerstämmen, Marihuana unter denselben Konditionen anbauen und verkaufen zu dürfen, wie es bereits in einigen US-Staaten möglich ist. Viele Stämme zögern noch, ob sie sich in das Marihuana-Geschäft stürzen sollen. Doch fast 27 Jahre, nachdem das Glücksspiel in Reservaten legalisiert wurde, haben die möglichen neuen Einnahmen bei vielen zumindest Interesse geweckt. Ein öffentliches Marihuana-Resort ist bislang in den USA noch nicht ausprobiert worden. Selbst in Staaten wie Colorado und Washington, wo Marihuana legal ist, darf das sogenannte Gras nicht auf öffentlichen Plätzen konsumiert werden. Aktivisten wollen dieses Verbot zwar lockern, doch bislang ohne größere Erfolge. In Colorado etwa wird lediglich eine Handvoll privater Marihuana-Clubs toleriert.

Die Santee-Sioux hoffen, mit dem Gras ähnliche Einnahmen zu generieren wie andere Stämme mit ihren Kasinos. Damit sollen Angebote für die Stammesgemeinschaft finanziert und den Mitgliedern ein monatliches Gehalt gezahlt werden. Die bereits bestehenden Unternehmen dort unterstützen Wohnprojekte für Familien und Alte, eine Klinik und Bildungsangebote in einem Gemeindezentrum.