Weiter Probleme mit Weltraumbahnhof

Welt / 14.10.2015 • 22:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Moskau. Rückschlag für Russland: Wegen technischer Probleme hat Präsident Wladimir Putin den ersten Raketenstart vom neuen Weltraumbahnhof Wostotschny um vier Monate verschoben. Statt im Dezember werde eine Sojus-Rakete mit einem Satelliten erst im April 2016 ins All fliegen können, sagte er bei einer Inspektion der Baustelle nahe der chinesischen Grenze. Putin forderte dabei auch eine genaue Aufklärung aller Skandale auf dem Kosmodrom. Arbeiter hätten wegen ausstehender Löhne gestreikt, und drei Bauleiter seien unter Betrugsverdacht in Millionenhöhe festgenommen worden. „So mit staatlichem Geld umzugehen, ist absolut unzulässig“, kritisierte Putin der Agentur Tass zufolge. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Der für Raumfahrt zuständige Vizeregierungschef Dmitri Rogosin sagte bei dem Termin, die Arbeiten in Wostotschny könnten in diesem Jahr beendet werden. Tests dauerten dann aber mehrere Monate. „Auch der zu erwartende Frost von minus 40 Grad Celsius hilft uns nicht gerade bei der Arbeit“, meinte Rogosin.

Russland baut seit 2010 an dem Weltraumbahnhof. Mit Wostotschny will sich das Riesenreich auch unabhängig machen vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan, das das Land für 100 Millionen Euro im Jahr pachtet.