Leichendiebstahl für Geisterhochzeit

16.10.2015 • 20:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Peking. Weil sie die Leiche einer Frau für eine sogenannte Geisterhochzeit aus einem Grab stehlen wollten, sind drei Menschen in China festgenommen worden. Der Hauptverdächtige habe in der im Norden des Landes gelegenen Provinz Shanxi vom Tod der jungen Frau gehört und ihre Leiche den Verwandten eines toten Mannes verkaufen wollen, der Single gewesen sei, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Dann hätte der alte chinesische Brauch einer Geisterhochzeit mit den beiden Toten vollzogen werden können. Xinhua teilte mit, der 72-jährige Hauptverdächtige und seine beiden Komplizen hätten vorgegeben, die Verwandten der Frau zu sein und mit dem Käufer einen Preis von 25.000 Yuan (rund 3450 Euro) für die Leiche ausgehandelt. Als sie am vergangenen Samstag versucht hätten, das Grab zu plündern, seien sie von Dorfbewohnern ergriffen und der Polizei übergeben worden.

Der Professor für chinesische Sprache und Kultur, Xu Keqian, sagte, der Brauch, Hochzeiten nach dem Tod der Partner durchzuführen, reiche Jahrhunderte zurück. Gelegentlich werde er heute noch in ländlichen, armen Gegenden zelebriert. Hier lebten viele abergläubische Menschen, die auch von einem Leben nach dem Tod ausgingen, sagte Xu, der an der Universität von Nanjing lehrt.