Taifun „Koppu“ zwingt Tausende zur Flucht

Welt / 18.10.2015 • 22:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Eine Familie sucht in den Überresten ihres Hauses in der Bucht von Manila nach verstreuten Habseligkeiten.  Foto: Reuters
Eine Familie sucht in den Überresten ihres Hauses in der Bucht von Manila nach verstreuten Habseligkeiten. Foto: Reuters

Der Taifun wirbelt heftig über den Philippinen. Vier Menschen sind bereits gestorben.

manila. Taifun „Koppu“ hat mit prasselndem Dauerregen und peitschenden Winden auf den Philippinen Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, wie die Behörde für Katastrophenschutz am Sonntag berichtete. Zwei ertranken, einer erlitt einen Stromschlag und ein weiterer wurde von einem Baum erschlagen. Mehr als 16.000 Menschen flüchteten vor dem Unwetter, Tausende Familien harrten in Notunterkünften aus.

„Einige Flüsse sind über die Ufer getreten und mehrere Straßen und Brücken aufgrund von Erdrutschen und Überschwemmungen nicht mehr passierbar“, sagte der Direktor der Katastrophenschutzbehörde, Alexander Pama. Betroffen seien mindestens 15 Straßen und zehn Brücken. In der ganzen Provinz Aurora und umliegenden Landstrichen fiel der Strom aus. Menschen wateten teils bis zur Brust im Wasser durch überschwemmte Straßen, wie Fernsehsender zeigten. Ausläufer rissen auch in Manila Bäume um.

Unwetter bewegt sich langsam

Der Taifun wirbelte nach Angaben der Wetterbehörde Pagasa zunächst mit Spitzengeschwindigkeiten von 185 Kilometern in der Stunde, schwächte sich aber ab. Das Unwetter bewegte sich aber quälend langsam, nur rund fünf Kilometer in der Stunde. So prasselte der Regen stundenlang ohne Unterlass auf dieselbe Region. Flug- und Fährverkehr waren eingestellt, Tausende Passagiere strandeten.

„Koppu“ (japanisch für: Krater) war in der Nacht auf Sonntag bei Casiguran 215 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Manila auf Land getroffen. Er sollte nach den Berechnungen der japanischen Meteorologiebehörde (JMA) Richtung Norden ziehen. Ausläufer erreichten auch die Millionenmetropole Manila. Die Philippinen erleben im Jahr rund 20 Taifune. Einer der folgenschwersten war im November 2013 Taifun „Haiyan“. Mindestens 6300 Menschen starben.