Mysteriöser Tod von Britin am Flughafen

19.10.2015 • 20:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

istanbul. Der mysteriöse Tod einer Britin am Istanbuler Flughafen Atatürk hat Spekulationen über eine mögliche Gewalttat ausgelöst. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Montag, dass die Direktorin einer NGO sich das Leben genommen habe, weil sie ihren Anschlussflug nach Erbil verpasst und kein Geld für ein weiteres Ticket gehabt habe. Angehörige und Kollegen vom Institute for War and Peace Reporting, das sich für die Förderung des Journalismus in Kriegsregionen einsetzt, bezweifelten diese Angaben und forderten eine Untersuchung. „Das ist undenkbar. Wir ändern die ganze Zeit Tickets“, sagte IWPR-Geschäftsführer Anthony Borden. Fehlendes Geld wäre niemals ein Thema gewesen. „Die Umstände ihres Todes sind unklar und wir versuchen, die Fakten festzustellen“, sagte er. Die Frau habe in ihrem Gepäck auch Spielsachen für Kinder von Kollegen gehabt. Die Journalistin Rebecca Cooke forderte eine internationale Untersuchung.

Der privaten türkischen Nachrichtenagentur Dogan zufolge wurde die 50-Jährige mit Schnürsenkeln erhängt in einer Toilettenkabine gefunden. So wie Anadolu sprach auch Dogan von einem Suizid, ohne Quellen zu nennen. Die 50-Jährige wurde von IWPR im Juni in den Irak entsandt, nachdem ihr Vorgänger bei einem Autobombenanschlag gestorben war.