Oscar Pistorius darf nun den Hausarrest antreten

19.10.2015 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im November wird der Strafprozess gegen Oscar Pistorius erneut aufgerollt. Ihm droht dann eine härtere Strafe. Foto: EPA
Im November wird der Strafprozess gegen Oscar Pistorius erneut aufgerollt. Ihm droht dann eine härtere Strafe. Foto: EPA

Der südafrikanische Exsprinter saß wegen Totschlags an seiner Freundin Reeva Steenkamp ein Jahr in Haft.

johannesburg. Wenn sich die Tore des Gefängnisses Kgosi Mampuru II in Pretoria für Oscar Pistorius (28) am heutigen Dienstag öffnen, wird das Hoffen und Warten des beinamputierten Sprinters auf vorzeitige Haftentlassung vorerst ein Ende haben. Dann dürfte es in die Luxusvilla seines Onkels gehen. Der einstige Spitzenathlet, der am Valentinstag 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp erschoss und wegen Totschlags zu fünf Jahren verurteilt wurde, lebte dort auch während des Prozesses schon.

Onkel Arnold besitzt zwar eine 27-Zimmer-Villa im Diplomatenviertel Waterkloof,  doch Insider wie der Anwalt Cliff Alexander warnen vor dem Eindruck eines unbeschwerten Lebens. „Hausarrest vermittelt einen falschen Eindruck“, sagt Alexander der Zeitung „The Citizen“, „der einzige Unterschied zwischen Hausarrest und Haft sind die Annehmlichkeiten, die es zu Hause gibt.“

Der frühere Paralympics-Star wird heute fast auf den Tag genau ein Jahr in Haft verbracht haben. Er hatte seine Freundin mit vier Schüssen durch eine geschlossene Toilettentür getötet. Im Prozess gab er an, dahinter Einbrecher vermutet zu haben. Im Oktober 2014 wurde er dafür zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er hat sich in der Haft gut geführt, daher darf er nach Verbüßung eines Sechstels seiner Strafe in den Hausarrest wechseln.

Grund für diese Praxis sind hoffnungslos überfüllte Gefängnisse in Südafrika. Nachdem der Justizminister sich zunächst gegen eine Gewährung des Hausarrestes für Pistorius gesperrt hatte, gab es Befürchtungen, dass diese Verweigerungshaltung Tausende Häftlingen ebenfalls die vorzeitige Haftentlassung kosten könnte. Pistorius genießt den Hausarrest ohnehin nur wenige Tage: Am 3. November steht die Berufung der Staatsanwaltschaft zur Verhandlung an. Sie möchte ein härteres Urteil. Ihm könnten dann bis zu 15 Jahre Haft drohen.