Bus geht nach Kollision mit Lkw in Flammen auf

Welt / 23.10.2015 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nur acht Insassen des Busses haben den tragischen Unfall überlebt. Vier von ihnen wurden schwer verletzt. AFP
Nur acht Insassen des Busses haben den tragischen Unfall überlebt. Vier von ihnen wurden schwer verletzt. AFP

Lkw-Lenker verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug. Mindestens 43 Menschen sterben
in den Flammen.

Bordeaux. Es sollte ein Tagesausflug für Senioren werden und endete nach wenigen Kilometern in einer Tragödie auf einer kleinen französischen Landstraße: Bei einem der schwersten Busunfälle in Europa sind im Südwesten Frankreichs mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Der Reisebus mit einer Seniorengruppe an Bord kollidierte auf einer Landstraße rund 40 Kilometer östlich der Stadt Bordeaux mit einem Lastwagen, beide Fahrzeuge gingen in Flammen auf.

In dem Lkw kamen der Fahrer und sein drei Jahre alter Sohn ums Leben. In dem Reisebus seien 41 oder 42 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des ermittelnden Staatsanwalts Christoph Auger blieb zunächst unklar, ob alle angemeldeten Passagiere dabei waren.

Acht überlebten

Nur acht Insassen des Busses konnten sich in Sicherheit bringen – vier von ihnen ­seien sehr schwer verletzt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, dem Sender BFMTV.

Der Bus war laut den Behördenangaben mit einer Seniorengruppe auf dem Weg in den Ort Arzacq-Arraziguet im nördlichen Pyrenäen-Vorland. Die Gruppe brach demnach am Morgen vom Ort Petit-Palais nordöstlich von Bordeaux auf. Gegen 7.30 Uhr stieß der Bus wenige Kilometer weiter südlich mit dem Lastwagen zusammen.

Ersten Hinweisen, wonach der Lastwagenfahrer den dramatischen Unfall verursachte, wurde von Gendarmerie und Staatsanwalt widersprochen. Es werde einige Zeit dauern, um die Ursache zu finden, unter welchen Umständen sich der Unfall abgespielt habe, sagte Auger. Ermittelt wird zudem, warum die Fahrzeuge Feuer fingen.

Der überlebende Busfahrer habe versucht, auszuweichen, dies aber nicht geschafft, berichtete Xavier Sublett, Bürgermeister des Unglücksorts Puisseguin. „Er konnte nur noch den Türmechanismus betätigen, um es einigen zu ermöglichen, den Bus zu verlassen.“ Nach Angaben der Gendarmerie rettete zudem der Fahrer eines unbeteiligten Fahrzeugs einige Insassen des Busses.

„Das ist in einer gefährlichen Kurve der Gemeinde passiert“, sagte der zweite Beigeordnete des Bürgermeisters von Puisseguin, Gérard Dupuy, dem Sender France Info. Am gleichen Ort habe es bereits früher Unfälle gegeben.

In Puisseguin herrscht Betroffenheit. Psychologen betreuten Angehörige, die Nationalversammlung legte eine Schweigeminute ein.

„Furchtbare Tragödie“

Präsident François Hollande sprach von einer „furchtbaren Tragödie“. „Wir sind tieftraurig“, sagte er am Rande seines Staatsbesuchs in Griechenland. Premier Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve fuhren umgehend zum Unglücksort.

Das war der schwerste Busunfall in Frankreich seit dem 31. Juli 1982. Damals starben bei Beaune 53 Menschen, darunter 44 Kinder.